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<title>Heimat</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Heimat</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Der Begriff <b>Heimat</b> verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen <a href="Mensch" title="Mensch">Mensch</a> und Raum (<a href="Territorium" title="Territorium">Territorium</a>). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisationserlebnisse</a> stattfinden, die zunächst <a href="Identit%C3%A4t" title="Identität">Identität</a>, <a href="Pers%C3%B6nlichkeit" title="Persönlichkeit">Charakter</a>, <a href="Mentalit%C3%A4t" title="Mentalität">Mentalität</a>, <a href="Einstellung_(Psychologie)" title="Einstellung (Psychologie)">Einstellungen</a> und <a href="Weltanschauung" title="Weltanschauung">Weltauffassungen</a> prägen. Er steht auch in einer speziellen Beziehung zum Begriff der „<a href="Siedlung" title="Siedlung">Siedlung</a>“; dieser bezieht sich, im Gegensatz zum <a href="Wohnplatz" title="Wohnplatz">Wohnplatz</a>, in der Regel auf eine <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">sesshafte</a> Lebensform, d.&nbsp;h. auf ein dauerhaftes bzw. langfristiges Sich-Niederlassen und <a href="Wohnen" class="mw-redirect" title="Wohnen">Wohnen</a> an einem Ort bzw. in einer <a href="Region" title="Region">Region</a>. Der Begriff findet aber auch in einem übertragenen, <a href="Metapher" title="Metapher">metaphorischen</a> Sinne, etwa in der Bedeutung „geistige Heimat“, Verwendung. Der Heimatbegriff befindet sich in ständiger Diskussion.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Definitionen">Definitionen</h2></div>

<p>Eine einheitliche <a href="Definition" title="Definition">Definition</a> existiert nicht. So ist für <a href="Hermann_Bausinger" title="Hermann Bausinger">Hermann Bausinger</a> Heimat eine räumlich-soziale Einheit mittlerer Reichweite, in welcher der Mensch Sicherheit und Verlässlichkeit seines Daseins erfahren kann, sowie ein Ort tieferen Vertrauens: „Heimat als Nahwelt, die verständlich und durchschaubar ist, als Rahmen, in dem sich Verhaltenserwartungen stabilisieren, in dem sinnvolles, abschätzbares Handeln möglich ist – Heimat also als Gegensatz zu Fremdheit und <a href="Entfremdung" title="Entfremdung">Entfremdung</a>, als Bereich der Aneignung, der aktiven Durchdringung, der Verlässlichkeit“.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei <a href="Ina-Maria_Greverus" title="Ina-Maria Greverus">Greverus</a> (1979) nahm der Identitätsbegriff eine besondere Stellung ein. Heimat sei „heile Welt“ und nur in der Dreiheit von Gemeinschaft, Raum und Tradition zu finden; denn nur hier werden die menschlichen Bedürfnisse nach Identität, Sicherheit und aktiver Lebensgestaltung in einem kulturell gegliederten Territorium befriedigt. Auf jeden Fall stellt Heimat, oder besser: die Auseinandersetzung mit Heimat, eines neben anderen Identifikationsfeldern dar, die <a href="Identit%C3%A4t#Ich-Identität_nach_Erikson_und_Habermas" title="Identität">Ich-Identität</a> bilden.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Ethologie" title="Ethologie">ethologischer</a> und <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">anthropologer</a> Hinsicht reflektiert Heimat das Bedürfnis nach Raumorientierung sowie dem ersten „Territorium“, das für die eigene Existenz Identität, Stimulierung und Sicherheit bieten könne (<a href="Paul_Leyhausen" title="Paul Leyhausen">Paul Leyhausen</a>). In <a href="Existenzphilosophie" title="Existenzphilosophie">existenzphilosophischer</a> Hinsicht stelle Heimat in Wechselbeziehung zum Begriff der Fremde eine räumliche und zeitbezogene Orientierung zur Selbstgewinnung des Menschen bereit (<a href="Otto_Friedrich_Bollnow" title="Otto Friedrich Bollnow">Otto Friedrich Bollnow</a>). In soziologischer Hinsicht zählt Heimat in Komplementarität zur <a href="Fremde" title="Fremde">Fremde</a> zu den Konstitutionsbedingungen von <a href="Gruppenidentit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Gruppenidentität">Gruppenidentität</a> (<a href="Georg_Simmel" title="Georg Simmel">Georg Simmel</a>). In den beiden letzten Betrachtungsweisen würde dem Begriff <i>Heimat</i> neben der inneren auch eine eigene historische Dimension zuerkannt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Heimat könne „neu gewonnen […] werden“,<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> da der Heimatbegriff die Möglichkeit auf Beheimatung einschließe – also auf Aneignung einer vertrauten Lebenswelt und Ausbildung sozialer Zugehörigkeiten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Heimatfindung könne demnach gleichsam in beweglichen Modellen von Raumdefinitionen und persönlichen Zuordnungen erfolgen. Die Heimat als sozialer Raum eröffne sich somehr in lebens- und alltagsweltlichen Interaktionen im Rahmen von Bekanntschaften, Freundschaften und Nachbarschaften<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und erschließe sich in der Auseinandersetzung mit der lebensweltlich-kulturellen Umwelt – mit dem Ziel, individuelle Handlungsgewissheiten zu erlangen. So verstanden, wäre Heimat Lebensmöglichkeit und nicht Herkunftsnachweis. Heimat würde „nicht länger als Kulisse verstanden, sondern als Lebenszusammenhang, als Element aktiver Auseinandersetzung“.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heimat sei somit der Lebensort, an dem man zu Hause sei und sich zu Hause fühle, „wo ich im vollen Sinne lebe als einer, der eingewöhnt ist und nicht nur eingeboren“,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und den man sich in einem schöpferischen Prozess aktiv aneignen kann.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dabei hat Heimat immer einen räumlichen Kristallisationskern. Zugrunde läge demnach ein dynamisches Konzept, dass der Mensch als Kulturwesen von Natur aus eines sozialen Raumes bedarf, der Heimat – weshalb er sie in seinem <a href="Bewusstsein" title="Bewusstsein">Bewusstsein</a> und durch sein Verhalten immer wieder neu schafft.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Neurobiologie">Neurobiologie</h2></div>
<p><i>Heimat</i> ist im Gehirn jedes Menschen präsent. Heimat besteht aus einer Unmenge von <a href="Engramm" title="Engramm">Engrammen</a>. Je länger er an einem Ort verweilt, desto stärker sind die Engramme <a href="Synapse" title="Synapse">synaptisch</a> bei ihm verfestigt, sofern sie emotional positiv korrelieren. Heimatgefühle manifestieren sich durch wiederholte <a href="Pr%C3%A4gung_(Verhalten)" title="Prägung (Verhalten)">Prägung</a>.
</p><p>Diesen Gedankengang hat bereits der römische Philosoph <a href="Marcus_Tullius_Cicero" title="Marcus Tullius Cicero">Cicero</a> entwickelt.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wenn emotional bejaht, können mehrere Orte für ein bestimmtes Individuum Heimat werden. Auf ähnliche Weise entstehen nicht-ortgebundene Heimatgefühle (wie das Sich-Heimisch-Fühlen in einer Sprache).
</p><p>Umgekehrt ergibt sich aus einer Auflösung neuronaler Strukturen im Zuge einer <a href="Demenz" title="Demenz">Demenzerkrankung</a> oft ein Gefühl der Heimatlosigkeit, und zwar auch dann, wenn sich in der Umgebung des Erkrankten objektiv nichts Wesentliches verändert hat:<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wenn sich Engramme auflösen, verschwindet das Heimatgefühl.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wortgeschichte">Wortgeschichte</h2></div>

<p>Der Begriff Heimat war ursprünglich ein Neutrum: „hämatli“ – „das Heimat“ (<a href="Althochdeutsche_Sprache" title="Althochdeutsche Sprache">althochdeutsch</a>&nbsp;<span lang="goh"><i>heim-Uodil</i></span>, gotisch <i>haim-oþli</i>). Es stammt über <a href="Germanische_Sprachen" title="Germanische Sprachen">germanisch</a> <i>haima, haimi</i> von <a href="Indogermanische_Ursprache" title="Indogermanische Ursprache">indogermanisch</a> <i>kei</i> „liegen“ (<a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a> <i>home</i>; verwandt mit griechisch <i>koimáo</i>: „bringe zu Bett“) sowie von germanisch <i>ôþala</i> „Erbbesitz“, „Herkunftsort“ ab und ist etwa um das Jahr 1000 belegt als „heimôti“ (ausgesprochen: heymöti)<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und bedeutete ein Wohnrecht mit Schlafstelle im Haus.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Wort war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein nüchternes Wort, welches im juristischen und geographischen Sinne gebraucht wurde. Der Begriff wurde vornehmlich in Amtsstuben wie <a href="Polizei" title="Polizei">Polizei</a> und <a href="B%C3%BCrgermeister" title="Bürgermeister">Bürgermeisteramt</a> von Hoheitsdienern und <a href="Notar" title="Notar">Notaren</a> verwendet, wenn es um den <a href="Geburtsort" title="Geburtsort">Geburtsort</a>, den <a href="Habitat" title="Habitat">Wohnort</a> oder das Herkunftsland ging, hier besonders im <a href="Erbrecht" title="Erbrecht">Erbrecht</a>. Im Deutschen Wörterbuch der <a href="Br%C3%BCder_Grimm" title="Brüder Grimm">Brüder Grimm</a> wurde Heimat 1877 erstens definiert als „das land oder auch nur der landstrich, in dem man geboren ist oder bleibenden aufenthalt hat“, zweitens als „der geburtsort oder ständige wohnort“; an dritter Stelle wurde hinzugefügt: „Selbst das elterliche haus und besitzthum heiszt so, in Baiern.“
</p><p>Daraus wird ersichtlich, dass der Begriff zur Bezeichnung eines Aufenthalts- oder Bleiberechts benutzt wurde. Geburt an sich verlieh noch kein Aufenthaltsrecht; wer kein Heimatrecht besaß, war nicht nur heimatlos, sondern auch weniger privilegiert. „Heimat“ zu haben, bedeutete vor allen Dingen auch, einen Anspruch auf eine zumindest notdürftige Versorgung durch öffentliche Kassen zu besitzen. Daher bekamen auch Leute ohne Besitz keinen „<a href="Heimatschein" title="Heimatschein">Heimatschein</a>“, weil man befürchtete, sie würden im Alter oder im Krankheitsfall nur den öffentlichen Kassen zur Last fallen. Heimatrecht gewinnt der Fremde, Arme oder Kranke in einer Einrichtung der Fürsorge, dem <a href="Hospital" title="Hospital">Hospital</a> (Alters- oder Armenheim) oder <a href="Asyl" title="Asyl">Asyl</a> (Fremdenheim).
</p><p>Dem, der kein Eigentum, keine Heimat, besaß, wurde noch im 19. Jahrhundert die Hochzeit verwehrt. So heißt es im württembergischen Bürgerrechts-Gesetz vom 4.&nbsp;Dezember 1833:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ein Gemeindebürger hat sich vor seiner Verehelichung gegen die Gemeindeobrigkeit über einen gewissen Nahrungsstand auszuweisen&nbsp;[…]. Die Zulänglichkeit des Vermögens wird mit Berücksichtigung der verschiedenen persönlichen und örtlichen Verhältnisse im einzelnen Falle bemessen.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Noch 1897 wurde Heimat so definiert:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Bezeichnung für den Geburtsort, auch für den Ort, wo jemand sein Heim, d.&nbsp;h. seine Wohnung hat. In der Rechtssprache versteht man unter Heimat (Heimatrecht) die Ortsangehörigkeit oder Gemeindeangehörigkeit einer Person, welche nicht ohne weiteres mit dem Gemeindebürgerrecht zusammenfällt, indem das Heimatrecht an und für sich nur ein Einwohner- (Einsassen-, Gemeindegenossen-)Recht ist. Auch die Staatsangehörigkeit wird Heimatrecht genannt. Neuerdings wird der Ausdruck Heimat wohl auch gleichbedeutend mit Unterstützungswohnsitz gebraucht, obgleich dies zwei ganz verschiedene Begriffe sind.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Meyers Konversationslexikon, Leipzig und Wien 1897, Stichwort Heimat.</span></div></div>
<p>Es gibt in einigen Ländern, wie der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a>, ein „<a href="Heimatrecht" title="Heimatrecht">Heimatrecht</a>“ im traditionellen Wortsinn. Unter gewissen Umständen (beispielsweise langer Aufenthalt im besagten Land, perfekte Beherrschung der Landessprache) erlangt man einen „<a href="Heimatschein" title="Heimatschein">Heimatschein</a>“ und hat damit das Recht, die Staatsbürgerschaft dieses Landes zu erwerben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung_des_Begriffs_„Heimat“_heute"><span id="Bedeutung_des_Begriffs_.E2.80.9EHeimat.E2.80.9C_heute"></span>Bedeutung des Begriffs „Heimat“ heute</h2></div>

<p>Nach Gerhard Handschuh<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weist der Begriff <i>Heimat</i> vier Dimensionen auf
</p>
<ol><li>eine räumliche Dimension,</li>
<li>eine Zeit-Dimension,</li>
<li>eine soziale Dimension und</li>
<li>eine kulturelle Dimension.</li></ol>
<p>Dass diese Dimensionen oft miteinander verbunden sind, belegt folgender Gedankengang aus dem Jahr 1948:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Jahrhundertelang ragt der Turm unserer Heimatkirche zum Himmel empor als stummer und doch lautredender Zeuge vergangener Tage. Mochten die Zeiten noch so schwer sein, die Heimatkirche spendete Trost, einte und versöhnte. Sie war der Väter trauter Freund in Lebensleid und Lebensfreud, in gellender Feuersnot, in donnerndem Kriegsgedröhn, in lieblichen Friedenstagen, im Leben und im Sterben. Was sie den Vätern war, sei sie immerdar auch uns, den dankbaren Söhnen:
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>Erst gehörst du deinem Gotte,<br>
Ihm zunächst der Heimaterde.<br>
Sachsenkind, mit jeder Faser<br>
Bist du deinem Volke pflichtig!
</p>
</div>
<p>Dieses Wort des Westfalendichters [gemeint ist <a href="Friedrich_Wilhelm_Weber" title="Friedrich Wilhelm Weber">Friedrich Wilhelm Weber</a>]<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wollen wir uns zu eigen machen am hundertsten Jahrestag der Kirchweihe von St.&nbsp;Pankratius!“<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>In dem 2007 unverändert von der Gemeinde St. Pankratius im <a href="M%C3%BCnsterland" title="Münsterland">münsterländischen</a> <a href="Emsdetten" title="Emsdetten">Emsdetten</a> übernommenen Zitat der Festrede aus dem Jahr 1948 wird die vertraute Kirche im Heimatort, die „Heimatkirche“ als Gebäude, mit dem Glauben als Heimat des Menschen verbunden, mit der Institution der <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">römisch-katholischen Kirche</a> als „Heimat“. Dadurch wird ein Gefühl der Verbundenheit, auch mit dem eigenen Volk(sstamm), erzeugt, das durch das Zitat eines Dichters verstärkt werden soll, der seiner Heimat verpflichtet war. Webers Heimat war <a href="Westfalen" title="Westfalen">Westfalen</a>, zu dem früher auch das <a href="Oldenburger_M%C3%BCnsterland" title="Oldenburger Münsterland">Oldenburger Münsterland</a> gehörte, in dem sein Spruch ebenfalls zitiert wird (siehe das Foto oben), zugleich aber auch das alte <a href="Sachsen_(Volk)" title="Sachsen (Volk)">Sachsen</a>, dessen Kernland Westfalen war. Die Verbundenheit der angeblich „erdverwachsenen“<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (Nieder-)Sachsen erscheint in dem Weber-Zitat als „Verwurzelung“ in der „Heimaterde“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Räumliche_Dimension"><span id="R.C3.A4umliche_Dimension"></span>Räumliche Dimension</h3></div>


<p>Im wissenschaftlichen Kontext wird die „Heimstatt“, der Ort oder die Gegend des gewöhnlichen Aufenthalts eines Lebewesens, als <a href="Habitat" title="Habitat">Habitat</a> oder als Lebensraum bezeichnet. In diesem Sinne kann man von Heimat sogar bei Abstrakta sprechen.
</p><p>Beispiele:
</p>
<ul><li><a href="Pflanze" title="Pflanze">Pflanze</a>: „Die Heimat der Weymouths-Kiefer ist der nordamerikanische Kontinent.“</li>
<li><a href="Tier" title="Tier">Tier</a>: „Das Grauhörnchen ist aus Nordamerika, seiner ursprünglichen Heimat, vermutlich mit Schiffen auf die britischen Inseln gelangt und droht dort das einheimische rote Eichhörnchen zu verdrängen.“</li>
<li>Abstraktum: „Als Heimat der Demokratie gelten Griechenland und die Stadt Athen.“</li>
<li>Abstraktum: „Die Heimat der indogermanischen Sprachfamilie darf man südlich des Kaspischen Meeres vermuten.“</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimischwerden_in_einer_„neuen_Heimat“"><span id="Heimischwerden_in_einer_.E2.80.9Eneuen_Heimat.E2.80.9C"></span>Heimischwerden in einer „neuen Heimat“</h4></div>
<p>Menschen können abseits des Ortes oder der Region, wo sie geboren wurden (und aufgewachsen sind), „heimisch werden“. Der lateinische Spruch: “<span lang="la">Ubi bene, ibi patria.</span>” (deutsch: „Wo es mir gut geht, da ist mein Vaterland, meine Heimat.“)<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verdeutlicht dies. So kann etwa ein in Deutschland verfolgter und aus Deutschland emigrierter <a href="Juden" title="Juden">Jude</a> <a href="Israel" title="Israel">Israel</a> als „neue Heimat“ empfinden, zumal er dort, anders als in Deutschland, mehrheitlich von anderen Juden umgeben ist.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dass das Land der Geburt nicht von jedem automatisch als „Heimat“ empfunden wird, wird auch in <a href="Heinrich_Heine" title="Heinrich Heine">Heinrich Heines</a> Gedicht <i>Die schlesischen Weber</i><sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> deutlich. Dort heißt es:
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>Ein Fluch dem falschen Vaterlande,<br>
Wo nur gedeihen Schmach und Schande.
</p>
</div>
<p>Gelegentlich äußern Menschen mit <a href="Migrationshintergrund" title="Migrationshintergrund">Migrationshintergrund</a>, dass sie beide Länder, das ihrer ethnischen Herkunft und das, in dem sie seit Langem leben bzw. lange gelebt haben, als ihre Heimat empfinden.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die neue Beheimatung ist ein Prozess, der die Eigenaktivität des neu Hinzugekommenen erfordert. Zentral dabei ist der Erwerb der Sprache des Aufnahmelandes. „Die erste Heimat, in die man geboren und wo man aufgewachsen ist, erhält man geschenkt. Die zweite Heimat muss man sich aktiv aneignen“, formuliert der Publizist und Pädagoge Hartmut Sommer und weist darauf hin, dass auch die Offenheit der aufnehmenden Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen ist.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Philosoph Bernhard Waldenfels bringt dies auf die knappe Formel: „Heimat wird nicht von Meldeämtern verwaltet“.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach der Migrationsforschung sind mehrere Generationen erforderlich, bis die Integration vollständig abgeschlossen ist.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Die_„eigentliche_Heimat“"><span id="Die_.E2.80.9Eeigentliche_Heimat.E2.80.9C"></span>Die „eigentliche Heimat“</h4></div>
<p>Mit der eigentlichen Heimat ist übertragen die Heimat fern dem Geburtsort oder dem Ort des Aufwachsens verstanden.
</p><p>Die Vorstellung, dass <a href="Pal%C3%A4stina_(Region)" title="Palästina (Region)">Palästina</a> die „eigentliche Heimat“ der Juden sei, existiert seit dem <a href="Babylonisches_Exil" title="Babylonisches Exil">babylonischen Exil</a> des Judentums. Konkrete politische Gestalt nahm sie in der Idee des <a href="Zionismus" title="Zionismus">Zionismus</a> an. Unterstützt wurde sie 1917 durch die <a href="Balfour-Deklaration" title="Balfour-Deklaration">Balfour-Deklaration</a>, in der die Rede davon ist, dass auf dem Gebiet Palästinas eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ geschaffen werden solle, das damit aus der <a href="Diaspora" title="Diaspora">Diaspora</a> in seine „eigentliche Heimat“ zurückkehren solle.
</p><p>Auf ähnliche Weise wird vor allem in Kreisen deutscher <a href="Heimatvertriebene" class="mw-redirect" title="Heimatvertriebene">Heimatvertriebener</a> von der „Heimat im Osten“ gesprochen, die die Heimat der im heutigen Deutschland aufgewachsenen Kinder und Kindeskinder der Vertriebenen sei. In diesem Zusammenhang warnte <a href="Christian_Graf_von_Krockow" title="Christian Graf von Krockow">Christian Graf von Krockow</a> 1988 davor, in der Heimat etwas anderes als etwas „sehr Konkretes“ zu sehen: „Um es konkret und persönlich zu sagen: Meine Heimat liegt unverrückbar im ländlichen <a href="Hinterpommern" title="Hinterpommern">Hinterpommern</a>, in jenem stillen Land jenseits der <a href="Oder" title="Oder">Oder</a>, das einst zum deutschen Osten gehörte und inzwischen zum polnischen Westen geworden ist.“ Da diese Art von Heimat etwas sehr Persönliches sei, könne Hinterpommern nicht die Heimat seiner anderswo geborenen und aufgewachsenen Nachkommen sein.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch die „Auflösung ins Abstrakte“ werde der Heimatbegriff ad absurdum geführt.
</p><p>Ähnlich hatte sich bereits <a href="Gotthold_Ephraim_Lessing" title="Gotthold Ephraim Lessing">Gotthold Ephraim Lessing</a> 1779 in seinem Drama <i><a href="Nathan_der_Weise" title="Nathan der Weise">Nathan der Weise</a></i> geäußert, der Recha, Nathans Tochter, im dritten Aufzug <a href="Rhetorische_Frage" title="Rhetorische Frage">rhetorisch fragen</a> lässt:<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>… Und wie weiß<br>
Man denn, <i>für</i> welchen Erdkloß man geboren,<br>
Wenn man’s für den nicht ist, <i>auf</i> welchem man<br>
Geboren?
</p>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimat_im_Jenseits">Heimat im Jenseits</h4></div>
<p>Im Christentum ist die Ansicht weit verbreitet, dass die „eigentliche“ Heimat des Menschen sich im <a href="Himmel_(Religion)" title="Himmel (Religion)">Himmel</a>, im Jenseits befinde. Im Diesseits hingegen sei der Mensch nur ein „Gast“. Diese Auffassung bringt der <a href="Barock" title="Barock">Barock</a>-Dichter <a href="Paul_Gerhardt" title="Paul Gerhardt">Paul Gerhardt</a> exemplarisch in seinem Lied <i>Gast auf Erden</i> zum Ausdruck.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Gedanke, Menschen seien im Diesseits nur zu Gast, ist bereits im <a href="Buch_der_Psalmen" title="Buch der Psalmen"><span style="white-space:nowrap;">Psalm</span></a> 119,19&nbsp; zu finden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Exil_und_Utopie">Exil und Utopie</h4></div>
<p>Schriftsteller, die in der Folge des <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a> ihre Heimat durch Flucht und Vertreibung verlassen mussten, beschrieben sie aus der Erinnerung so realistisch wie möglich. Berühmte Beispiele sind <a href="Thomas_Mann" title="Thomas Mann">Thomas Mann</a>, <a href="Bertolt_Brecht" title="Bertolt Brecht">Bertolt Brecht</a>, <a href="Alfred_D%C3%B6blin" title="Alfred Döblin">Alfred Döblin</a>, <a href="Lion_Feuchtwanger" title="Lion Feuchtwanger">Lion Feuchtwanger</a>, <a href="Leonhard_Frank" title="Leonhard Frank">Leonhard Frank</a>, <a href="Ludwig_Marcuse" title="Ludwig Marcuse">Ludwig Marcuse</a>, <a href="Franz_Werfel" title="Franz Werfel">Franz Werfel</a> und <a href="Stefan_Zweig" title="Stefan Zweig">Stefan Zweig</a>.
</p><p>Der Begriff <a href="Utopie" title="Utopie">Utopie</a> ist eine räumliche Kategorie, da <i>utopos</i>, wörtlich übersetzt, „kein Ort“ bedeutet. Anknüpfend an die Exilliteratur wird Heimat auch als eine noch-nicht-erreichte beschrieben. Das Noch-Nicht, die <a href="Konkrete_Utopie" title="Konkrete Utopie">Konkrete Utopie</a> ist <a href="Ernst_Bloch" title="Ernst Bloch">Ernst Blochs</a> Begriff von Heimat, den er in seinem Hauptwerk <i><a href="Das_Prinzip_Hoffnung" title="Das Prinzip Hoffnung">Das Prinzip Hoffnung</a></i> im US-amerikanischen <a href="Exil" title="Exil">Exil</a> entwarf. Für Bloch, der als Kriegsgegner 1914 das wilhelminische Deutschland, in den 1930er Jahren als marxistischer Jude Nazi-Deutschland verlassen musste und in den 1950er Jahren aus der <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a> zwangsemigrierte, liegt die Heimat jenseits der <a href="Klasse_(Soziologie)" class="mw-redirect" title="Klasse (Soziologie)">Klassengesellschaft</a>. So fasst er <a href="Karl_Marx" title="Karl Marx">Karl Marx</a>’ <i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Thesen_%C3%BCber_Feuerbach" class="extiw external" title="s:Thesen über Feuerbach">Thesen über Feuerbach</a></i> wie folgt zusammen: „Die vergesellschaftete Menschheit im Bund mit einer ihr vermittelten Natur ist der Umbau der Welt zur Heimat“.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im berühmten Schlusssatz des Buches wird das utopische Ziel genannt, das nach Aufhebung der Entfremdung und Verwirklichung realer <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratie</a> erreicht werde, „das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat“.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Bernhard_Schlink" title="Bernhard Schlink">Bernhard Schlink</a> brachte hierauf aufbauend <i>Heimat als Utopie</i> in einem Essay wieder ins Gespräch. Diese Vorstellung schiebt den ort-gebundenen Anteil des Begriffs ausdrücklich beiseite und betrachtet Heimat als „Nicht-Ort“: ein <a href="Emotion" title="Emotion">Gefühl</a>, eine <a href="Hoffnung" title="Hoffnung">Hoffnung</a>, eine <a href="Sehnsucht" title="Sehnsucht">Sehnsucht</a>, zu erleben vor allem im <a href="Exil" title="Exil">Exil</a>. Dieser Gedanke sei schon lange vorgebildet in der christlichen Vorstellung von der Erde, die dem Menschen, seit er das Paradies verwirkt, nur noch Exil sei.
</p><p>Das Motto der Veranstaltungsreihe aus Anlass des <a href="Augsburger_Hohes_Friedensfest" title="Augsburger Hohes Friedensfest">Friedensfestes</a> in <a href="Augsburg" title="Augsburg">Augsburg</a> lautete 2014: „Heimat? Da war ich noch nie!“<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimat_ohne_Raumbezug">Heimat ohne Raumbezug</h4></div>
<p>Da sich <i>Heimat</i> auf etwas bezieht, mit dem sich der Einzelne <a href="Identit%C3%A4t#Personale_Identität" title="Identität">identifiziert</a>, sind auch <a href="Abstraktum" title="Abstraktum">Abstrakta</a> wie die <a href="Nation" title="Nation">Nation</a>, das <a href="Vaterland" title="Vaterland">Vaterland</a>, eine Sprache (in aller Regel die <a href="Muttersprache" title="Muttersprache">Muttersprache</a>) oder eine <a href="Religion" title="Religion">Religion</a> geeignet, als Heimat, und zwar als „geistige Heimat“ zu fungieren. Heimat bezeichnet also nicht immer einen konkreten Ort, eine Heimstätte.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In seiner übertragenen Bedeutung als „geistige Heimat“ spielt der Heimatbegriff eine wesentliche Rolle besonders in der philosophischen und der psychologischen Fachliteratur. Er dient häufig in Form einer <a href="Metapher" title="Metapher">Metapher</a> der Verbildlichung der Suche des Menschen nach einer geistigen Verankerung, nach einer inneren Befriedung, einer Geborgenheit durch Finden eines <a href="Lebenssinn" class="mw-redirect" title="Lebenssinn">Lebenssinns</a>, der als geistige Heimat verstanden wird, in der sich der Einzelne zuhause fühlt:
</p><p>Der österreichische Neurologe und Psychotherapeut <a href="Viktor_Frankl" title="Viktor Frankl">Viktor E. Frankl</a> ist in seinem umfangreichen Lebenswerk immer wieder der <a href="Sinnfrage" class="mw-redirect" title="Sinnfrage">Sinnfrage</a> und den Möglichkeiten einer Heilung traumatischer Erfahrungen nachgegangen. Er verbindet sie eng mit der Vorstellung einer Suche nach einer „seelischen Heimat“, die jeder Mensch <a href="Intuition" title="Intuition">intuitiv</a> oder auch <a href="Reflexion_(Philosophie)" title="Reflexion (Philosophie)">reflektiert</a> zu erreichen versucht, weil ihm diese „Beheimatung“ Sicherheit und Geborgenheit verheißt. Mit der Formulierung des Buchtitels <i>Der Seele Heimat ist der Sinn</i> hat er dieser Vorstellung unmissverständlich Ausdruck verliehen.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Experimentalpsychologe <a href="Siegbert_A._Warwitz" title="Siegbert A. Warwitz">Siegbert A. Warwitz</a> kommt bei seinen Analysen der Mentalität von <a href="Grenzg%C3%A4nger_(Psychologie)" title="Grenzgänger (Psychologie)">Grenzgängern</a> zu einem vergleichbaren Ergebnis: Er sieht den nachdenklichen Extremen auf dem Weg der <a href="Sinn_(Philosophie)" title="Sinn (Philosophie)">Sinn</a>suche nach einer ganz persönlichen inneren „Heimat“, einer Lebensform und Betätigung, die seinen Anlagen und Traumvorstellungen entspricht, die ihm Glück und Zufriedenheit verspricht. Dabei erscheint es völlig irrelevant, ob diese Vorstellungen mit denen der Mitmenschen konform gehen oder auch nur von ihnen verstanden werden. Heimatsuche wird hier als Impuls zu einer „kreativen Selbstgestaltung“, als Streben nach Erfüllung der eigenen Berufung verstanden: <i>Sinnsuche ist die Suche nach einer neuen Heimat. Diese muss nicht auch die Heimat der anderen sein. […] Nicht innere Leere, die lähmt, sondern innere Fülle, die antreibt, ist die entscheidende Kraft, die den Grenzgänger bewegt, das bequeme, abgesicherte Dasein zu verlassen, um auf ungebahnten Wegen einer eigenen Berufung zu folgen.</i><sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeit-Dimension">Zeit-Dimension</h3></div>
<p>In einem nicht religiösen poetischen Sinn tauchte der Begriff <i>Heimat</i> erstmals im Zeitalter der <a href="Industrialisierung" title="Industrialisierung">Industrialisierung</a> in der Literatur im Umfeld der <a href="Romantik" title="Romantik">romantischen Bewegung</a> auf. Arbeitssuchende zogen in zunehmendem Maße vom Land in die Großstädte, wo sie in Fabriken Arbeit finden konnten. Das führte im Laufe der Zeit zur Verstädterung und Verelendung. Die Ständeordnung wurde aufgelöst. Der Gegensatz von <a href="Aristokratie" title="Aristokratie">Aristokratie</a> und <a href="Bauernstand" title="Bauernstand">Bauerntum</a> wurde im Zuge der Verstädterung und des Siegs des <a href="Kapitalismus" title="Kapitalismus">Kapitalismus</a> durch den zwischen den Massen von Arbeitern in den Fabriken, dem von den <a href="Marxismus" title="Marxismus">Marxisten</a> so genannten <a href="Proletariat" title="Proletariat">Proletariat</a>, und einer neuen <a href="Bourgeoisie" title="Bourgeoisie">Bourgeoisie</a> abgelöst. Diejenigen, die sich mit der Gefahr des sozialen Abstiegs konfrontiert sahen, betrachteten die neue Weltordnung, die von immer weniger Großbürgern, dafür aber von umso mehr Industriearbeitern bestimmt wurde, als etwas „Unheim(at)liches“. Die Heimatbewegung als Gegenbewegung zum <a href="Fortschritt" title="Fortschritt">Fortschrittsglauben</a>, zur Moderne stellt einen Reflex auf das Verschwinden der „guten, alten Zeit“ dar. Durch die Heimatbewegung wurde das Landleben verklärt. Als Heimat erscheinen in diesem Zusammenhang die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend untergegangenen Produktions- und Lebensweisen in der Landwirtschaft und der vorindustriellen Produktion.
</p><p>Obwohl die Landwirtschaft von der Industrialisierung erfasst wurde, galt das Bauerntum um 1900 als „ursprünglich“, als „gesunde und beharrende Kraft“. So entstand <a href="Fin_de_Si%C3%A8cle" title="Fin de Siècle">um 1900</a> herum die <a href="Heimatliteratur" class="mw-redirect" title="Heimatliteratur">Heimatliteratur</a>, die der <a href="Trivialliteratur" title="Trivialliteratur">Trivialliteratur</a> zugeordnet wird (vgl. <a href="Heimatschriftsteller" class="mw-redirect" title="Heimatschriftsteller">Heimatschriftsteller</a>).
</p><p>Heimatgefühle entstehen bei Erwachsenen durch die Erinnerung an die eigene Kindheit, die oft zur „paradiesischen Zeit“ verklärt wird. Das Verlassen des Heimatorts nach dem Schulabschluss wird von vielen mit einer „Vertreibung aus dem Paradies der Kindheit“ gleichgesetzt. Diesem Gefühl gibt <a href="Joseph_von_Eichendorff" title="Joseph von Eichendorff">Joseph von Eichendorff</a> in seinem Gedicht <i>Abschied</i><sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> exemplarisch Ausdruck.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Soziale_Dimension">Soziale Dimension</h3></div>
<p>Der Begriff „Heimat“ betrifft auch Beziehungen zu anderen Individuen und ebenso die eigene Person. „Heimat in der Gegenwart verortet – im Hier und Jetzt angesiedelt – fordert auf zur Beantwortung der maßgeblichen Frage: Bin ich hier am richtigen Platz? Welchen Platz in der Welt möchte und kann ich zur Beheimatung einnehmen?“<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der These, dass Großstädte in ihrem heutigen So-Sein nicht „Heimat“ sein könnten, widerspricht <a href="Ortwin_Renn" title="Ortwin Renn">Ortwin Renn</a>.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Zeitalter der industriellen Massengesellschaft und angesichts der zunehmenden internationalen Verflechtungen kann der Heimatbegriff sich nicht mehr an der Statik der vormodernen Agrargesellschaft orientieren. Heimat im ausgehenden 20. Jahrhundert ist eben nicht mehr nur Dorfidylle, die es wohl in Wahrheit überhaupt nie gab, sondern ebenso Industrierevier und großstädtischer Ballungsraum.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Aus der Sicht der Soziologie betrachtet, ist in gewisser Weise jeder sozial Entwurzelte <i>heimatlos</i>.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine räumliche Entfernung vom Ort der Geburt oder des Aufwachsens ist nicht für diese Form der Heimatlosigkeit erforderlich. Das Gefühl der Entwurzelung entsteht infolge des Verschwindens der vertrauten Umgebung durch Veränderungen des Landschaftsbildes, durch Neu- und Umbauten von Gebäuden und Verkehrswegen, durch gesellschaftlichen Wandel und durch die Entwertung von <a href="Kompetenz_(Psychologie)" title="Kompetenz (Psychologie)">Kompetenzen</a>, die der Einzelne im Laufe seines Lebens erworben hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wirtschaftliche_Dimension">Wirtschaftliche Dimension</h3></div>
<p><a href="Reimar_von_Alvensleben" title="Reimar von Alvensleben">Reimar von Alvensleben</a> von der <a href="Universit%C3%A4t_Kiel" class="mw-redirect" title="Universität Kiel">Universität Kiel</a> hat 1999 nachgewiesen, dass man im Regelfall davon ausgehen kann, dass Konsumenten Produkte aus „ihrer“ Region <a href="Pr%C3%A4ferenz" title="Präferenz">präferieren</a>.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies liege an dem „menschlichen Bedürfnis nach überschaubarer und identitätsstiftender Umwelt. Die Vertrautheit mit einer Region gibt dem Menschen Sicherheit und schafft Sympathie für die Region (Kontakt-Affekt-Phänomen).“
</p><p>Letztlich erzeugen Heimatgefühle den Eindruck bei Verbrauchern, dass Produkte aus der eigenen Region generell besser seien als Produkte mit anderer geografischer Herkunft. Dieser Sachverhalt führt zu einem Boom bei Produkten, für die mit der Eigenschaft „aus der Region für die Region“ geworben wird.
</p><p>Dass das subjektive Gefühl, ein Produkt „aus der Ferne“ könne nicht qualitativ gut sein, falsch sein muss, wird allein schon dadurch deutlich, dass nur <i>ein</i> Produkt einer bestimmten Warengattung objektiv „das beste in Deutschland, europaweit oder weltweit“ sein kann, so dass alle, die nicht im Nahbereich des Herstellungsortes dieses Produkts wohnen, sich irren müssen. Richtig ist allerdings, dass lange Transportwege, z.&nbsp;B. bei Lebensmitteln, die Frische einer Ware beeinträchtigen können.
</p><p>In Bezug auf Investitionsentscheidungen haben Ökonomen einen „<a href="Home_Bias" title="Home Bias">Home</a>-<a href="Kognitive_Verzerrung" title="Kognitive Verzerrung">Bias</a>“ entdeckt: Demnach neigten Deutsche dazu, ihr Geld (vor allem bei <a href="Aktie" title="Aktie">Aktienkäufen</a>) in deutschen Firmen anzulegen, insbesondere in Firmen aus der „Nachbarschaft“. Durch dieses Verhalten ließen sie sich die Chance entgehen, durch Anlagen im Ausland höhere Gewinne zu erwirtschaften.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Politische_Dimension">Politische Dimension</h3></div>
<p>Lange Zeit gab es (nicht nur in Deutschland) eine starke Korrelation zwischen dem gesellschaftlichen <a href="Soziales_Milieu" title="Soziales Milieu">Milieu</a>, dem jemand angehörte, und der Partei, die er wählte. So war es für Angehörige der Arbeiterschicht üblich, die <a href="Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands" title="Sozialdemokratische Partei Deutschlands">SPD</a> (bzw. nach dem Ersten Weltkrieg die <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a>) zu wählen, während Katholiken in der <a href="Deutsche_Zentrumspartei" title="Deutsche Zentrumspartei">Deutschen Zentrumspartei</a> ihre „politische Heimat“ sahen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die sogenannten <a href="Volkspartei_(Parteityp)" title="Volkspartei (Parteityp)">Volksparteien</a> sich auf eine relativ große Anzahl von Bürgern verlassen, die als <a href="Stammw%C3%A4hler" title="Stammwähler">Stammwähler</a> immer wieder „ihre“ Partei wählten.
</p><p>Für die Gegenwart in Deutschland ist laut einer <a href="Institut_f%C3%BCr_Demoskopie_Allensbach" title="Institut für Demoskopie Allensbach">Allensbach</a>-Studie festzustellen, dass unter 70 Prozent der Deutschen das Gefühl weit verbreitet sei, „politisch heimatlos“ zu sein. Diese 70 Prozent seien weder „Anywheres“, die die <a href="Globalisierung" title="Globalisierung">Globalisierung</a> und ihre Folgen uneingeschränkt positiv bewerteten, noch „Somewheres“, die „auf ihre lokale Heimat festgenagelt“ seien. „Dieser großen Mehrheit macht derzeit keine Partei ein überzeugendes Angebot. Nicht die Ränder, die Mitte ist in Deutschland heimatlos“, meint der <i><a href="Welt.de" class="mw-redirect" title="Welt.de">Welt</a></i>-Autor <a href="Daniel_Dettling" title="Daniel Dettling">Daniel Dettling</a>.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Begriffspaar „Somewheres und Anywheres“ hat der Brite <a href="David_Goodhart" title="David Goodhart">David Goodhart</a> in seinem Buch <i>The Road to Somewhere</i> geprägt.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Goodhart zufolge gibt es zwei Wertewelten, die sich unversöhnlich gegenüberstehen: die Welt der Bürger und die der Eliten. Die zumeist akademisch gebildeten und wohlhabenden Eliten gehörten weitgehend dem Typus der „Anywheres“ an. Sie dominierten mit ihrem <a href="Kosmopolitismus" title="Kosmopolitismus">kosmopolitischen</a> <a href="Liberalismus" title="Liberalismus">Liberalismus</a> Politik, Kultur und Gesellschaft der Länder, in denen sie sich (zeitweilig) aufhielten, obwohl in keinem hochentwickelten Land mehr als ein Viertel der Bevölkerung zu den typischen „Anywheres“ gehöre.
</p><p>Vor dem Hintergrund des Missbrauchs des Heimatbegriffs durch Nationalsozialisten<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und heutige Neo-Nazis<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> betont der <a href="Nieders%C3%A4chsischer_Heimatbund" title="Niedersächsischer Heimatbund">Niedersächsische Heimatbund</a> in seiner am 12. Mai 2022 in Kraft getretenen Satzung: „Der NHB erachtet die Verwendung des Heimatbegriffs als Mittel der Ausgrenzung von Menschen als demokratiefeindlich, ganz gleich auf welchen Grundlagen die Ausgrenzung basiert. Wer hier ist, hat ein Recht darauf, Heimat in Deutschland zu erfahren, zu bilden und hier heimisch zu werden.“<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Satzung findet sich auch die Formulierung: „Heimat in Niedersachsen“, wodurch deutlich wird, dass der Heimatbund als <a href="Dachverband" title="Dachverband">Dachverband</a> auch die Interessen von <a href="Lokalpatriotismus" title="Lokalpatriotismus">Lokalpatrioten</a> und anderen Menschen und Institutionen mit einer positiven Haltung zu kleineren Räumen und Stätten in Niedersachsen vertritt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kulturelle_Dimension">Kulturelle Dimension</h3></div>

<p>In den 1950er Jahren und der ersten Hälfte der 1960er Jahre wurden auch viele <a href="Heimatfilm" title="Heimatfilm">Heimatfilme</a> produziert, die oft der Trivialunterhaltung zuzurechnen sind. Gleichwohl gilt das nicht für das gesamte Genre, insbesondere nicht für den neuen Heimatfilm der 1970er Jahre bis in die Gegenwart. Insbesondere die 1984 bis 2004 entstandene Filmtrilogie <i><a href="Heimat_(Filmreihe)" title="Heimat (Filmreihe)">Heimat</a></i> von <a href="Edgar_Reitz" title="Edgar Reitz">Edgar Reitz</a> vermittelte einem internationalen <a href="Publikum" title="Publikum">Publikum</a> ein differenzierteres Heimatbild, indem sie sich bemüht, so wenige <a href="Klischee" title="Klischee">Klischees</a> von der <a href="Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/H#Heile_Welt" title="Liste geflügelter Worte/H">heilen Welt</a> wie möglich zu reproduzieren.
</p><p><a href="Heimatpflege" title="Heimatpflege">Heimatpflege</a> vollzog und vollzieht sich primär in Vereinen, nur in wenigen <a href="Staat" title="Staat">Staaten</a> der <a href="Erde" title="Erde">Erde</a> ist sie staatlich organisiert. Diese <a href="Heimatverein" title="Heimatverein">Heimatvereine</a> pflegen das <a href="Brauchtum" class="mw-redirect" title="Brauchtum">Brauchtum</a>, ein Kulturgut, das nach Möglichkeit lebendig erhalten werden soll. Allerdings dienen Einrichtungen wie Heimatmuseen unabhängig davon, ob das Gezeigte wirklich in der Region gepflegt wird, der Förderung des <a href="Fremdenverkehr" class="mw-redirect" title="Fremdenverkehr">Fremdenverkehrs</a> durch Zurschaustellung von <a href="Folklore" title="Folklore">Folklore</a>. Oft werden beispielsweise <a href="Tracht_(Kleidung)" title="Tracht (Kleidung)">Trachten</a> nur in Gegenwart des zahlenden Publikums getragen, nicht aber privat.
</p><p>In Deutschland sind die meisten Trachten- und Heimatvereine, die die regionalspezifischen Trachten authentisch pflegen, im <a href="Deutscher_Trachtenverband" title="Deutscher Trachtenverband">Deutschen Trachtenverband e.&nbsp;V.</a> (DTV) mit Sitz in München zusammengeschlossen. Hier sind bundesweit etwa zwei Millionen Mitglieder gemeldet, darunter über 200.000 Kinder und Jugendliche. Diese sind in der Deutschen Trachtenjugend organisiert, die zum Deutschen Trachtenverband gehört. Die Träger sind in der Regel in ihren Vereinen und Gruppen vor Ort aktiv, davon zum allergrößten Teil im ländlichen Raum. Es werden regionale Trachten der jeweiligen Landschaften getragen, die zeitgemäßen Trageansprüchen und Bedürfnissen angepasst sind.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Geschichte einer bestimmten Landschaft oder eines bestimmten Ortes als Heimat im Sinne kultureller Identität untersucht die <a href="Heimatgeschichte" class="mw-redirect" title="Heimatgeschichte">Heimatgeschichte</a> oder <a href="Volkskunde" title="Volkskunde">Volkskunde</a>. Sie ist in <a href="Heimatmuseum" title="Heimatmuseum">Heimatmuseen</a> dokumentiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Emotionale_Dimension">Emotionale Dimension</h3></div>

<p>Psychologisch ist Heimat heute ein subjektives Empfinden, unabhängig von politisch-juristischen Definitionen. Sie besteht aus individuellen Einstellungen zu Ort, Gesellschaft und persönlicher Entwicklung des Einzelnen. Ihr Verlust oder die Angst davor wird als <a href="Heimweh" title="Heimweh">Heimweh</a> empfunden. Für den, der seine Heimat verlassen oder verloren hat, kann Heimat gleichbedeutend werden mit <a href="Vaterland" title="Vaterland">Vaterland</a>. Es ist möglich, dass ein Mensch sich für eine Wahlheimat entscheidet. Seine Heimat kann man auch durch eine <a href="Naturkatastrophe" title="Naturkatastrophe">Naturkatastrophe</a> oder durch eine grundlegende Umgestaltung der Gegend durch menschliche Eingriffe verlieren.
</p><p>In einem Gastbeitrag für das Programmheft zum Augsburger Hohen Friedensfest 2014, das unter dem Motto: „Heimat? Da war ich noch nie!“ stand, weist Oliver Kontny darauf hin, dass die meisten Städte für einen dort aufgewachsenen und später dorthin zurückkehrenden Erwachsenen in dem Sinne nicht mehr existieren, als allerorten „Städte umgebaut [werden] zu Räumen, in denen überschüssiges Kapital noch mehr Rendite abwerfen kann“,<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und sich entsprechend kaum Heimatgefühle einstellen. Streng genommen könne man „nicht zweimal in derselben Stadt leben, und wenn man sein Leben lang nichts anderes täte“. Bereits für das <a href="Babylon" title="Babylon">Babylon</a> des <a href="Altes_Testament" title="Altes Testament">Alten Testaments</a> habe gegolten, dass „die namenlose Fron“ dazu geführt habe, „dass die wunderbar angelegte Millionenstadt Babylon mit ihren klaren Planquadraten den Menschen nicht zur Heimat wurde. Man kam, weil man verschleppt wurde oder Arbeit suchte, und man blieb, weil man vom Alkohol und den Partys nicht mehr loskam.“ Ohne <a href="Diversity_Management" title="Diversity Management">Diversity Management</a> sei es schwer, Migranten in ihrem neuen Wohnort ein Heimatgefühl zu vermitteln.
</p><p>Sprache als kulturelle Heimat ist gemeint, wenn ein exilierter deutscher Schriftsteller erklärt, seine Heimat sei die deutsche Sprache oder die deutsche Literatur. Heimat als Lebensweise bedeutet das Bekenntnis eines Seefahrers: „Meine Heimat ist das Meer“.
</p><p>Die Verwendung des Begriffs Heimat kann Denkanstöße auslösen. So kann der Anblick eines Bären oder eines Wolfs in dem <a href="Heimat-Tierpark_Olderdissen" title="Heimat-Tierpark Olderdissen">Heimat-Tierpark Olderdissen</a> in <a href="Bielefeld" title="Bielefeld">Bielefeld</a> bei Besuchern die oft mit starken Emotionen verbundene Frage aufwerfen, ob Bären und Wölfe (wie auch die anderen „Tiere der Heimat“ in dem Tierpark) „nach Deutschland gehören“, wo sie vor Jahrhunderten heimisch waren (unpathetisch formuliert: gelebt haben).
</p><p><a href="Nils_Minkmar" title="Nils Minkmar">Nils Minkmar</a> begrüßte 2017 die in Deutschland aus seiner Sicht bereits (außer in ritualisierten Handlungen) weitgehend vollzogene Abkehr vom „alten“ Heimatbegriff mit den Kategorien „erdverwachsene Menschen“ und „Heimatfremde“. Der Ausweg aus der „unseligen Tradition und den aktuellen Versuchen, Heimat <a href="Kulturelle_Identit%C3%A4t" title="Kulturelle Identität">identitär</a> aufzuladen, ist die <a href="Dekonstruktion" title="Dekonstruktion">Dekonstruktion</a> des Heimatbegriffs auf seinen kommunikativen Kern: Wir lernen die Heimat als Kind kennen, ungefähr in jenen Jahren, in denen wir auch zu sprechen lernen. Die Bestandteile der engeren Heimat gehören zu den ersten Dingen, die wir erkennen und benennen können. Darum sind sie so fest in unserem Bewusstsein verankert, darum weiß nahezu jeder sozialisierte Mensch, wovon die Rede ist, wenn wir von Heimat reden.“ Auf diesen Kern müsse sich das Reden über „Heimat“ beschränken.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimat_im_Plural">Heimat im Plural</h3></div>
<p>Üblicherweise wird der Begriff <i>Heimat</i> im <a href="Singular" title="Singular">Singular</a> und mit <a href="Bestimmter_Artikel" class="mw-redirect" title="Bestimmter Artikel">bestimmtem Artikel</a> („die Heimat“) gebraucht, was suggeriert, dass jeder Mensch genau eine Heimat habe. So findet sich im Duden beim Schlagwort <i>Heimat</i> der Hinweis: „Plural nicht üblich“.
</p><p>Dagegen vertritt das Integrationsbüro der Stadt <a href="Z%C3%BCrich" title="Zürich">Zürich</a> die These: „Jeder Mensch hat unterschiedliche Identitäten und verschiedene Heimaten.“<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In seinem 2019 erschienenen und mit dem <a href="Deutscher_Buchpreis" title="Deutscher Buchpreis">Deutschen Buchpreis</a> ausgezeichneten Roman <i>Herkunft</i> spricht der Autor <a href="Sa%C5%A1a_Stani%C5%A1i%C4%87" title="Saša Stanišić">Saša Stanišić</a> von „Wohlfühlorten“, die ihm ein Gefühl von „Heimat“ vermittelten. Zugleich warnt er vor „Zugehörigkeitskitsch“,<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> insbesondere in einer Form, durch die andere (vor allem „Fremde“) von dem „Wohlfühlort“ ferngehalten werden sollen.
</p><p>Wilhelm Schmidt benutzte im Jahr 2023 in einem Aufsatz für die <a href="Stiftung_Frauenkirche_Dresden" title="Stiftung Frauenkirche Dresden">Stiftung Frauenkirche Dresden</a> die Formulierung „Haupt- und Nebenheimaten“, aus denen die Heimat zusammengesetzt sein könne „wie ein Mosaik, dessen Teile im Laufe des Lebens immer wieder neu zu sortieren sind“. Niemand könne, so Schmidt, „in völliger Fremdheit leben, jede und jeder bedarf irgendeiner Heimat, besser aber mehrerer Heimaten, um nicht vor dem Nichts zu stehen, wenn eine verlorengeht.“ Schmidt unterscheidet die „Wohnheimat“ eines Menschen von seiner „Beziehungsheimat“ (d.&nbsp;h. dem „Geflecht von Beziehungen der Herkunft und der Wahl, in dem ein Mensch lebt“), seiner „geistigen Heimat“ sowie seinem Anteil „am ungeheuren Meer der kosmischen Energie“, die den Einzelnen „durchflutet“.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Komposita_(„Heimat“_+_x)"><span id="Komposita_.28.E2.80.9EHeimat.E2.80.9C_.2B_x.29"></span>Komposita („Heimat“ + x)</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimatkunde">Heimatkunde</h3></div>
<p>Bis in die 1960er/1970er Jahre sollten die Lehrpläne für das Fach <a href="Heimatkunde_(Schulfach)" title="Heimatkunde (Schulfach)">Heimatkunde</a> in den <a href="Volksschule" title="Volksschule">Volksschulen</a> der <a href="Land_(Deutschland)" title="Land (Deutschland)">Länder</a> der Bundesrepublik Deutschland mit der „Erschließung der räumlichen und geistigen Kinderheimat“ Schulkinder zu „Heimatliebe“ und „Heimattreue“ erziehen; die „Heimaterziehung“ sollte über eine „Gesinnungs- und Gemütsbildung“ ein „Heimatbewusstsein“ sowie eine „Bindung an die Heimat“ bewirken. 1964 wurde bundesweit durch das <a href="Hamburger_Abkommen" title="Hamburger Abkommen">Hamburger Abkommen</a> die „Volksschule“ als Schulform abgeschafft und durch <a href="Grundschule" title="Grundschule">Grund-</a> und <a href="Hauptschule" title="Hauptschule">Hauptschulen</a> ersetzt. 1969 wurde die ausschließliche Bezeichnung „Heimatkunde“ für ein Unterrichtsfach aufgegeben. An die Stelle des Faches Heimatkunde trat in den meisten Ländern ein Fach, das bis heute <a href="Sachunterricht" title="Sachunterricht">Sachunterricht</a> genannt wird.
</p><p>Kritisiert wurde an dem alten Fach Heimatkunde vor allem
</p>
<ul><li>die Diskrepanz zwischen der Erfahrungswelt der Kinder und der angeblich „heilen“ bäuerlich-handwerklichen Idylle des Heimatkundeunterrichts,</li>
<li>die Erstarrung in Standardthemen, insbesondere die Dominanz geographischer und heimatgeschichtlicher Inhalte bei Vernachlässigung naturwissenschaftlich-technischer Themen und</li>
<li>die Nichtberücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels, d.&nbsp;h. der fortschreitenden Automatisierung der Produktionsweise, der zunehmenden Mobilität der Menschen sowie neuer gesellschaftlicher Entwicklungen und Konflikte.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimatliebe">Heimatliebe</h3></div>
<p>In einigen deutschen Landesverfassungen ist eine Pflicht des Staates verankert, Pädagogen zu einer „Erziehung zur Heimatliebe“ anzuhalten. Eine derartige Pflicht enthalten Art. 12 der <a href="Verfassung_des_Landes_Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Verfassung des Landes Baden-Württemberg">Verfassung Baden-Württembergs</a>, Art. 131 der <a href="Verfassung_des_Freistaates_Bayern" title="Verfassung des Freistaates Bayern">Verfassung Bayerns</a>, Art.&nbsp;7 der <a href="Verfassung_f%C3%BCr_das_Land_Nordrhein-Westfalen" title="Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen">Verfassung Nordrhein-Westfalens</a>, Art. 33 der <a href="Verfassung_f%C3%BCr_Rheinland-Pfalz" title="Verfassung für Rheinland-Pfalz">Verfassung von Rheinland-Pfalz</a>, Art. 30 der <a href="Verfassung_des_Saarlandes" title="Verfassung des Saarlandes">Verfassung des Saarlandes</a> und Art. 101 der <a href="Verfassung_des_Freistaates_Sachsen" title="Verfassung des Freistaates Sachsen">Verfassung Sachsens</a>.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings ist es nicht zulässig, eine Lehrkraft deshalb nicht einzustellen oder zu entlassen, weil es ihr an Gottesfurcht, Heimatliebe oder Verfassungspatriotismus mangele. Ebenso wenig dürfen Versetzungskonferenzen mit dieser Begründung die Nicht-Versetzung eines Schülers beschließen.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Slowakei" title="Slowakei">Slowakei</a> trat zum 1. April 2010 ein „Gesetz zur Unterstützung der Heimatliebe“ in Kraft. Es soll in der Bevölkerung Patriotismus und Identifikation mit dem eigenen Staat fördern. Unter anderem schreibt das Gesetz vor, dass alle Sitzungen von Regierungen und Parlamenten (vom nationalen Abgeordnetenhaus bis hin zu kleinsten Gemeindevertretungen) und sogar öffentliche Bürgerversammlungen mit dem Absingen der <a href="Nad_Tatrou_sa_bl%C3%BDska" title="Nad Tatrou sa blýska">Nationalhymne</a> beginnen sollen. Alle von nationalen Verbänden organisierten Sportveranstaltungen haben mit der Hymne zu beginnen. In den Klassenzimmern aller öffentlichen Schulen des Landes müssen künftig das <a href="Wappen_der_Slowakei" title="Wappen der Slowakei">Staatswappen</a>, die <a href="Flagge_der_Slowakei" title="Flagge der Slowakei">Flagge</a> sowie die Texte der Nationalhymne und der <a href="Verfassung_der_Slowakischen_Republik" title="Verfassung der Slowakischen Republik">Verfassungs</a>präambel aufgehängt sein.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der deutsche <a href="Anarchismus" title="Anarchismus">Anarchist</a> <a href="Erich_M%C3%BChsam" title="Erich Mühsam">Erich Mühsam</a> kritisierte:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Heimatverehrung hat mit Vaterlandsliebe nichts zu schaffen. […] Jedes nicht aus seiner natürlichen Umgebung gerissene Tier empfindet Heimatliebe, ohne sie je in Vaterlandsgefühl umzudeuten, ohne je für seine Heimat erweiterte oder umpanzerte Grenzen zu wünschen. Ein Tier ohne Heimat wird füglich auch keine Heimatliebe spüren, höchstens Sehnsucht nach Heimat. Nicht anders ist es beim Menschen. Kann der mangelhaft ernährte, in einem ungesunden Kellerloch aufwachsende junge Mensch seine trübe Kindheitsumgebung als lockendes Heimatbild über seinem Lebensweg leuchten lassen? Kann er – und dies ist doch wohl das Erkennungszeichen der Heimatliebe – in der Ferne vom Verlangen bewegt werden, vom Dunstkreis seiner Herkunft wieder umfangen zu werden? Wessen Jugend kein Heim hatte, wessen Heim keine Freude barg, der hatte auch keine Heimat, mit der ihn eine Liebe verbinden könnte. Eine Pflicht zur Liebe aber gibt es nicht, und dass man Heimatliebe zur Pflicht erhebt, indem man dem, dessen Fuß nie ein heimatliches Stück besonnten Landes berührt hat, von einem Vaterlande zu überzeugen vermochte, das seine Hingabe, seine Liebe, seinen Heldensinn, sein Blut und sein Leben fordern dürfe, das zeigt, bis zu welchem Grade der Verzerrung der Autoritätswahn die menschliche Seele hat verunstalten können.“<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p><a href="Kurt_Tucholsky" title="Kurt Tucholsky">Kurt Tucholsky</a> betrachtete Heimat als positiven Wert, den sich besonders die nichtnationalistischen Kräfte zu eigen machen sollten, um der Deutschtümelei, der <a href="Reaktion_(Politik)" title="Reaktion (Politik)">politischen Reaktion</a> und jenen, die den Heimatbegriff gänzlich ablehnten, entgegentreten zu können:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand – nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es. Und so widerwärtig mir jene sind, die –&nbsp;umgekehrte Nationalisten&nbsp;– nun überhaupt nichts mehr Gutes an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle – so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen. Wir pfeifen auf die Fahnen – aber wir lieben dieses Land. Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln – mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel – mit genau demselben Recht nehmen wir Fluß und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land. […] Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir. Und in allen Gegensätzen steht – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Die damalige <a href="SPD" class="mw-redirect" title="SPD">SPD</a>-Vorsitzende <a href="Andrea_Nahles" title="Andrea Nahles">Andrea Nahles</a> betonte im Sommer 2018, dass man das Gefühl von Menschen, an einem Ort heimisch zu sein, „nicht steuern“ könne. „Das Gefühl wächst von unten“ (bei den Menschen in den Kommunen). Wichtig sei, dass „[j]eder und jede […] selbst entscheiden können“ solle, „wo er bzw. sie leben möchte – und dort heimisch werden können“ solle.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimatschutz">Heimatschutz</h3></div>
<p>Populär wurde der Begriff ab der <a href="Gr%C3%BCnderzeit" title="Gründerzeit">Gründerzeit</a>.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er äußerte sich unter anderem in Ausdrücken wie „<a href="Heimatschutzbewegung" class="mw-redirect" title="Heimatschutzbewegung">Heimatschutzbewegung</a>“ oder „<a href="Heimatschutzarchitektur" title="Heimatschutzarchitektur">Heimatschutzarchitektur</a>“. Mit zunehmender Militarisierung stand er in der <a href="Zwischenkriegszeit" title="Zwischenkriegszeit">Zwischenkriegszeit</a> vorwiegend für <a href="V%C3%B6lkische_Bewegung" title="Völkische Bewegung">völkisch</a> orientierte oder nationalistische Gruppierungen, so etwa im <a href="K%C3%A4rntner_Abwehrkampf" title="Kärntner Abwehrkampf">Kärntner Abwehrkampf</a> für <a href="Heimwehr" title="Heimwehr">Heimwehr</a>. Im <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a> wurde der <a href="Politik" title="Politik">politisierte</a> Heimatkult rassistisch begründet und ideologisch gepflegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Das_„Heimatschutzministerium“_der_USA"><span id="Das_.E2.80.9EHeimatschutzministerium.E2.80.9C_der_USA"></span>Das „Heimatschutzministerium“ der USA</h4></div>
<p>Das <i>U.S. Department of Homeland Security</i> wird in der deutschen Sprache der Gegenwart häufig als „Heimatschutzministerium“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine auf den Auftrag bezogene alternative Übersetzung lautet „<a href="Ministerium_f%C3%BCr_Innere_Sicherheit_der_Vereinigten_Staaten" title="Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten">Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten</a>“. Dabei ist die territoriale Verteidigung unverändert dem <i>U.S. Department of Defense</i> zugewiesen. In anderen aktuellen Verwendungen des Begriffes „Heimatschutz“ im deutschsprachigen Raum gibt es die starke <a href="Konnotation" title="Konnotation">Konnotation</a> „(auch zur Anwendung von Gewalt bereite) Wehrhaftigkeit gegenüber Bedrohungen der Heimat“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimatschutz_in_der_Bundeswehr">Heimatschutz in der Bundeswehr</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Heimatschutz_(Bundeswehr)" title="Heimatschutz (Bundeswehr)">Heimatschutz (Bundeswehr)</a></i></div>
<p>In der Bundeswehr begann 1961 der Aufbau einer Territorial-Reserve als Teil des <a href="Territorialheer" title="Territorialheer">Territorialheeres</a>, die ab 1965 als <a href="Heimatschutztruppe" class="mw-redirect" title="Heimatschutztruppe">Heimatschutztruppe</a> bezeichnet wurde und in der hauptsächlich <a href="Reservist" class="mw-redirect" title="Reservist">Reservisten</a> dienten. Sie war zunächst gegliedert in <a href="Heimatschutzkommando" title="Heimatschutzkommando">Heimatschutzkommandos</a>, später in <a href="Heimatschutzbrigade" title="Heimatschutzbrigade">Heimatschutzbrigaden</a> bzw. <a href="Heimatschutzbataillon" title="Heimatschutzbataillon">Heimatschutzbataillone</a>, die 2007 aufgelöst wurden.
</p><p>Heute bildet der Heimatschutz einen Aufgabenbereich der gesamten Bundeswehr, insbesondere ihrer ab 2012 neu aufgestellten <a href="Regionale_Sicherungs-_und_Unterst%C3%BCtzungskr%C3%A4fte" class="mw-redirect" title="Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte">Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte</a>, und umfasst Schutzaufgaben auf deutschem Hoheitsgebiet sowie die <a href="Amtshilfe" title="Amtshilfe">Amtshilfe</a> bei <a href="Naturkatastrophe" title="Naturkatastrophe">Naturkatastrophen</a> und <a href="Ungl%C3%BCcksfall" title="Unglücksfall">schweren Unglücksfällen</a>, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei <a href="Innerer_Notstand" title="Innerer Notstand">innerem Notstand</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimatschutz_im_Rechtsextremismus">Heimatschutz im Rechtsextremismus</h4></div>
<p>Heimatschutz ist ein Begriff, der innerhalb des <a href="Rechtsextremismus" title="Rechtsextremismus">Rechtsextremismus</a> eine <a href="Ideologie" title="Ideologie">ideologische</a> Rolle spielt. Rechtsextremisten gehen von einem romantisierten Bild von Heimat aus, das immer auch mit rassistischen, völkischen und religiösen, insbesondere antisemitischen Komponenten verknüpft wird. So wird beispielsweise eine „unverwechselbare völkische Eigenart und Überlebensfähigkeit“ behauptet.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit Heimat ist nach rechtsextremistischem Verständnis nicht eine Region, ein Landstrich oder eine Stadt gemeint, sondern eine rassisch begründete Abstammungsgemeinschaft und der von ihr besiedelte Raum. „Volkszugehörigkeit wird in diesem Kontext als das Resultat des Hineingeboren-Werdens in eine biologische ‚Abstammungsgemeinschaft‘ verstanden“.<sup id="cite_ref-Kaschuba_65-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kaschuba-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Daraus ergibt sich nach völkisch-ideologischer Auffassung eine innere Bindung, die sich in physischer, kultureller und mentaler Beziehung zeigt. Es entsteht eine „kollektive Identität“ aus einem scheinbar „natürlichen“ Grundprinzip: das Volk als Abstammungs- und Territorialgemeinschaft.<sup id="cite_ref-Kaschuba_65-1" class="reference"><a href="#cite_note-Kaschuba-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heimat ist somit das „angestammte“ Territorium dieser Gemeinschaft innerhalb gesicherter, aber im Prinzip auch ausdehnbarer („<a href="Volk_ohne_Raum" title="Volk ohne Raum">Volk ohne Raum</a>“) räumlicher Grenzen.
</p><p>Aus diesem Politikverständnis heraus entwickeln Rechtsextremisten die Notwendigkeit, diesen Lebensraum zu schützen. <a href="Einwanderung" title="Einwanderung">Einwanderung</a> wird als Bedrohung des Existenzrechts des eigenen Volkes betrachtet. So schrieb z.&nbsp;B. die <a href="Nationaldemokratische_Partei_Deutschlands" class="mw-redirect" title="Nationaldemokratische Partei Deutschlands">Nationaldemokratische Partei Deutschlands</a> (NPD) 2010 in ihrem Parteiprogramm: „Gegen den Willen des deutschen Volkes wurden von Großkapital, Regierung und Gewerkschaften Millionen von Ausländern nach Deutschland eingeschleust. Durch massenhafte Einbürgerungen wird das deutsche Staatsbürgerrecht aufgeweicht und das Existenzrecht des deutschen Volkes in Frage gestellt.“<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Zuwanderung wird als Deutschlands größtes Problem dargestellt: „Die seit vielen Jahren von der NPD geübte Kritik an der Zuwanderung und der damit einhergehenden Überfremdung ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Die wachsende und täglich wahrnehmbare Bedrohung, die aus der gescheiterten Integration und der Duldung von Millionen abgelehnten Asylbewerbern resultiert, kann auch von den traditionell zuwanderungsfreundlichen Massenmedien nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden.“<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die rechtsextreme Partei „<a href="Der_III._Weg" title="Der III. Weg">Der III. Weg</a>“ stellt in diesem Zusammenhang die Thesen auf: „Heimat bewahren: Zur Beibehaltung der nationalen Identität des deutschen Volkes sind die Überfremdung Deutschlands und der anhaltende Asylmißbrauch umgehend zu stoppen. … Umweltschutz ist Heimatschutz: Ziel der Partei <i>Der dritte Weg</i> ist die Schaffung bzw. Wiederherstellung einer lebenswerten Umwelt, die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes und die Förderung der Gesundheit.“<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Schutz der Umwelt sei die Grundlage für die Erhaltung der „biologischen Substanz des Volkes“.
</p><p>Hinter dieser Auffassung verbirgt sich der sogenannte „<a href="Geodeterminismus" title="Geodeterminismus">Geodeterminismus</a>“.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er besagt, der Raum habe direkte Wirkung auf die psychischen Eigenschaften des Menschen, sogar auf seinen <a href="Charakter" title="Charakter">Charakter</a>. Die natürliche Struktur des Raumes präge sie in eindeutiger Form und müsse deshalb erhalten bleiben. Ein Westfale sei wesenhaft anders als ein Sachse, weil beide unter deutlich unterschiedlichen geographischen Bedingungen aufwüchsen. Diese Prägung durch die <a href="Natur" title="Natur">Natur</a>, durch die <a href="Landschaft" title="Landschaft">Landschaft</a> und die <a href="Umwelt" title="Umwelt">Umwelt</a> sei wichtig und präge das Deutsche im Deutschen. In der Konsequenz muss damit aber die Landschaft als Teil der Heimat erhalten bleiben. Des Weiteren hätten sich diese wertvollen Eigenschaften bereits genetisch in die deutsche Bevölkerung eingeprägt – ein Schatz, der zu bewahren sei. Zwar ist diese Theorie wissenschaftlich nicht haltbar, aber sie macht verständlich, warum Rechtsextremisten den Heimatbegriff, den sie mit Natur, Landschaft und Umwelt verbinden, so ernst nehmen. <a href="Immigration" class="mw-redirect" title="Immigration">Immigration</a> stellt aus dieser Sicht eine Bedrohung dar. Denn es könnte zu einer genetischen Vermischung kommen, die wiederum die eingeprägten deutschen Eigenschaften beeinträchtigen könnte.
</p><p>Darüber hinaus werden religiöse Klischees tradiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heimatschutz_in_der_Schweiz">Heimatschutz in der Schweiz</h4></div>
<p>In der Schweiz erhält sich der Begriff politisch relativ unbelastet und steht allgemein für <a href="Denkmalschutz#Schweiz" title="Denkmalschutz">Denkmalschutz</a> und Heimatpflege im weiteren Sinne – siehe <a href="Schweizer_Heimatschutz" title="Schweizer Heimatschutz">Schweizer Heimatschutz</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimatpolitik">Heimatpolitik</h3></div>
<p>Ab dem 14. März 2018 gab es auf <a href="Bundesebene" title="Bundesebene">Bundesebene</a> in Deutschland ein „Heimatministerium“, das zunächst beim <a href="Bundesinnenministerium" class="mw-redirect" title="Bundesinnenministerium">Bundesinnenministerium</a> angesiedelt war.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Damit wurde erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ein Bundesministerium geschaffen, das schon in der Eigenbezeichnung <i>Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat</i> seine Zuständigkeit für Fragen der „Heimat“ erkennen ließ. Als erster „Heimatminister“ wurde <a href="Horst_Seehofer" title="Horst Seehofer">Horst Seehofer</a> (<a href="CSU" class="mw-redirect" title="CSU">CSU</a>) vom Bundespräsidenten ernannt. Hauptinstrument der von Seehofer angekündigten neuen „Heimatpolitik“ war die Kommission „<a href="Gleichwertige_Lebensverh%C3%A4ltnisse" title="Gleichwertige Lebensverhältnisse">Gleichwertige Lebensverhältnisse</a>“, der das gesamte <a href="Bundeskabinett" class="mw-redirect" title="Bundeskabinett">Bundeskabinett</a>, dazu die Regierungschefs aller 16 Länder sowie Vertreter der <a href="Kommunaler_Spitzenverband" title="Kommunaler Spitzenverband">kommunalen Spitzenverbände</a> (<a href="Deutscher_St%C3%A4dtetag" title="Deutscher Städtetag">Deutscher Städtetag</a>, <a href="Deutscher_Landkreistag" title="Deutscher Landkreistag">Deutscher Landkreistag</a>, <a href="St%C3%A4dte-_und_Gemeindebund" class="mw-redirect" title="Städte- und Gemeindebund">Städte- und Gemeindebund</a>) angehörten. Die Kommission stelle sich der „Aufgabe, die Infrastruktur unseres Landes – in den Städten und im <a href="L%C3%A4ndlicher_Raum" title="Ländlicher Raum">ländlichen Raum</a> – auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten“. Das Heimatempfinden der Menschen in Deutschland werde, so Seehofer, bedroht, wenn sich das nahe Umfeld der Menschen schnell und stark ändere. Die Verletzung der Privatsphäre, Kriminalität und Werteverlust würden als Gefahren ebenso wahrgenommen wie ungesteuerte Zuwanderung. Gerade in Zeiten schneller Veränderung liege darum im Heimatgefühl der Menschen für die Politik eine Aufgabe und Chance.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bundeskanzler <a href="Olaf_Scholz" title="Olaf Scholz">Olaf Scholz</a> ordnete am 8. Dezember 2021 (nach der <a href="Bundestagswahl_2021" title="Bundestagswahl 2021">Bundestagswahl 2021</a>) per <a href="Gesch%C3%A4ftsordnung_der_Bundesregierung#Organisationsgewalt_des_Bundeskanzlers" title="Geschäftsordnung der Bundesregierung">Organisationserlass</a> an, das Ministerium in <i>Bundesministerium des Innern und für Heimat</i> umzubenennen. Der Erlass übertrug dem BMI die bisher im <a href="Gesch%C3%A4ftsbereich" title="Geschäftsbereich">Geschäftsbereich</a> des <a href="Bundeskanzleramt_(Deutschland)" title="Bundeskanzleramt (Deutschland)">Bundeskanzleramtes</a> liegenden Zuständigkeiten für die Strategische Steuerung der IT des Bundes sowie für den IT-Rat des Bundes. Mit dem gleichen Erlass wurden die Zuständigkeiten für <a href="Bauwesen" title="Bauwesen">Bauwesen</a>, <a href="Stadtentwicklung" title="Stadtentwicklung">Stadtentwicklung</a> und <a href="Raumordnung#Deutschland" title="Raumordnung">Raumordnung</a> vom BMI zum neu gebildeten <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Wohnen%2C_Stadtentwicklung_und_Bauwesen" title="Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen">Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen</a> übertragen.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unter <a href="Kabinett_Scholz" title="Kabinett Scholz">Bundesinnenministerin</a> <a href="Nancy_Faeser" title="Nancy Faeser">Nancy Faeser</a> wurde die „Abteilung&nbsp;H“ geschaffen, auch zuständig für gesellschaftlichen Zusammenhalt, <a href="Integration_von_Zugewanderten" title="Integration von Zugewanderten">Integration</a> und <a href="Politische_Bildung" title="Politische Bildung">politische Bildung</a>.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bundeskanzler <a href="Friedrich_Merz" title="Friedrich Merz">Friedrich Merz</a> verschob den Bereich Heimatpolitik 2025 vom Innenressort in das Landwirtschaftsministerium, das die Bezeichnung <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Landwirtschaft%2C_Ern%C3%A4hrung_und_Heimat" title="Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat">Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat</a> erhielt.
</p><p>Merz ordnete am 6. Mai 2025 in einem Organisationserlass die Umbenennung in <i>Bundesministerium des Innern</i> an. Die Zuständigkeit für gleichwertige Lebensverhältnisse und regionale Kultur wurde dem damit ebenfalls umbenannten <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Landwirtschaft%2C_Ern%C3%A4hrung_und_Heimat" title="Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat">Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat</a> übertragen.
</p><p>Auf <a href="Landesebene" class="mw-redirect" title="Landesebene">Landesebene</a> gibt es zurzeit (2025) in Deutschland zwei Heimatministerien, und zwar das 2014 eingerichtete <a href="Bayerisches_Staatsministerium_der_Finanzen_und_f%C3%BCr_Heimat" title="Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat">Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat</a> (seit 2014) und das <a href="Ministerium_f%C3%BCr_Heimat%2C_Kommunales%2C_Bau_und_Digitalisierung_des_Landes_Nordrhein-Westfalen" title="Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen">Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen</a> (seit 2017). Das „Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung“ (MHKBG) in <a href="Nordrhein-Westfalen" title="Nordrhein-Westfalen">Nordrhein-Westfalen</a> hat ein „Heimatförderprogramm“ aufgelegt, über das jährlich mit 30 Millionen Euro „Heimat-Projekte“ gefördert werden. Diese umfassen „Initiativen und Projekte, die lokale und regionale Identität und Gemeinschaft und damit Heimat stärken“.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zuständig ist die Stabsstelle Heimat.
</p><p>Für die Bayerische Heimatpolitik ist die Abteilung&nbsp;V <i>Heimat</i> im Staatsministerium der Finanzen und für Heimat zuständig. Ihr sind die <a href="Referat_(Organisation)" title="Referat (Organisation)">Referate</a> Verwaltungsorganisation und Vergabeangelegenheiten, Verwaltungsreform, Regionale Identität, Staatsbäder und Umwelt, Heimatprojekte und Demografie und <a href="Bayerische_Verwaltung_der_staatlichen_Schl%C3%B6sser%2C_G%C3%A4rten_und_Seen" title="Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen">Schlösserverwaltung</a> unterstellt.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="S%C3%BCdtirol" title="Südtirol">Südtirol</a> gründete die <a href="S%C3%BCdtiroler_Volkspartei" title="Südtiroler Volkspartei">Südtiroler Volkspartei</a> im August 2018 die „Plattform Heimat“.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Angesichts des Umstands, dass die SVP, die seit 1946 stets die absolute Mehrheit der Sitze im <a href="S%C3%BCdtiroler_Landtag" title="Südtiroler Landtag">Südtiroler Landtag</a> für sich hatte erringen können, diese Mehrheit 2013 verloren hatte und weitere Stimmenverluste bei der <a href="Landtagswahl_in_S%C3%BCdtirol_2018" title="Landtagswahl in Südtirol 2018">Landtagswahl am 21. Oktober 2018</a> befürchtete, sollte die Plattform den Wahlberechtigten verdeutlichen, dass die „Heimat- und Volkstumspolitik als Markenkern der Südtiroler Volkspartei“ zu betrachten sei. „Unsere Initiative will eine positive Orientierung an Werten wie Freiheit, Eigenständigkeit und Heimat im vereinten Europa ermöglichen, ohne dabei in einen spalterischen Patriotismus abzudriften“, erläuterte ein Landtagskandidat der SVP die Ziele der Plattform. Der Stimmenanteil der SVP sank bei der Landtagswahl 2018 von 45,7 auf 41,9 Prozent.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="„Heimat_2.0“"><span id=".E2.80.9EHeimat_2.0.E2.80.9C"></span>„Heimat 2.0“</h3></div>
<p>Der Zusatz „2.0“ wird in zwei verschiedenen Bedeutungen benutzt: zum einen, um zu verdeutlichen, dass man den Begriff <i>Heimat</i> anders (und „moderner“) versteht als die Anhänger von „Heimat 1.0“, und zum anderen zur Bezeichnung der Chance, dass Zugereiste (auch aus dem Ausland) an ihrem neuen Wohnsitz eine „zweite Heimat“ finden können (und sollen).
</p><p>„Heimat 2.0“ ist im Sinne der ersten Begriffsverwendung ein Zentralbegriff für Menschen, die sich als Bewohner des „<a href="Globales_Dorf" title="Globales Dorf">globalen Dorfes</a>“ betrachten und im Prinzip die <a href="Globalisierung" title="Globalisierung">Globalisierung</a> und ihre Folgen positiv bewerten. <a href="Philipp_Riederle" title="Philipp Riederle">Philipp Riederle</a> meint: „Moskau und New York liegen direkt neben <a href="Burgau" title="Burgau">Burgau</a>, das <a href="Museum_of_Modern_Art" title="Museum of Modern Art">Museum of Modern Art</a> kann ich genauso besuchen wie das <a href="Ulmer_M%C3%BCnster" title="Ulmer Münster">Ulmer Münster</a>.“ Die Verankerung in einer lokalen Gemeinschaft (die auch wechseln könne) sei allerdings wichtig, „weil wir zwar global kommunizieren und unterwegs sind, aber nicht im Globalen wohnen können.“<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Johannes Schneider meint: „Die Heimat der Zukunft […] ist Patchwork statt Privileg. Sie ist anschlussfähig für alle, die nach ihr suchen und die […] für ihr psychisches Wohl darauf angewiesen sind, irgendwo oder irgendwie heimisch zu werden.“<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aktuelle_Rechtsfragen">Aktuelle Rechtsfragen</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Heimatrecht" title="Heimatrecht">Heimatrecht</a> und <a href="Recht_auf_Heimat" title="Recht auf Heimat">Recht auf Heimat</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rechtsinhaber:_Opfer_politischer_oder_ethnischer_Verfolgung">Rechtsinhaber: Opfer politischer oder ethnischer Verfolgung</h3></div>
<p>Als „Heimat“ gilt für den <a href="Allgemeine_Staatslehre" title="Allgemeine Staatslehre">Staatsrechtler</a> und <a href="Politikwissenschaft" title="Politikwissenschaft">Politikwissenschaftler</a> <a href="Peter_Pernthaler" title="Peter Pernthaler">Peter Pernthaler</a> das „eigene Land“ eines <a href="Volk" title="Volk">Volkes</a> oder einer <a href="Ethnie" title="Ethnie">Volksgruppe</a>. „Die konkrete siedlungsgeschichtliche Heimat ist in diesem Sinne ebenso untrennbarer Bestandteil ethnischer Identität wie Sprache, Geschichte und Kultur.“<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings gebe es außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum ausdrückliche Hinweise auf ein „Recht auf Heimat“. Gleichwohl müssten <a href="Vertreibung" title="Vertreibung">Vertreibungen</a> und ein Austausch der Bevölkerungen gegen deren Willen als Verstöße gegen das <a href="Selbstbestimmungsrecht_der_V%C3%B6lker" title="Selbstbestimmungsrecht der Völker">Selbstbestimmungsrecht der Völker</a> bewertet werden. Am ehesten lasse sich noch ein Recht auf „Rückkehr in das eigene Land“ aus Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;4 des <a href="Internationaler_Pakt_%C3%BCber_b%C3%BCrgerliche_und_politische_Rechte" title="Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte">Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte</a> von 1966 ableiten („Niemand darf willkürlich das Recht entzogen werden, in sein eigenes Land einzureisen.“)
</p><p>Der <a href="V%C3%B6lkerrecht" title="Völkerrecht">Völkerrechtler</a> <a href="Alfred_de_Zayas" title="Alfred de Zayas">Alfred de Zayas</a> erklärte am 9. Oktober 2004 in einer Rede vor dem <a href="Bund_der_Vertriebenen" title="Bund der Vertriebenen">Bund der Vertriebenen</a>:<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es gibt keinen Zwang, in der Heimat zu leben, jedoch gibt es ein Recht, in der Heimat zu verbleiben und nicht von dort vertrieben zu werden. Wenn man vertrieben wird, gibt es dann ein Rückkehrrecht.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Dagegen, ein <i>Recht auf Heimat</i> aus dem <a href="Selbstbestimmungsrecht_der_V%C3%B6lker" title="Selbstbestimmungsrecht der Völker">Selbstbestimmungsrecht der Völker</a> abzuleiten, wehrte sich 1989 <a href="Ralf_Dahrendorf" title="Ralf Dahrendorf">Ralf Dahrendorf</a>:<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es gibt kein Recht der <a href="Armenier" title="Armenier">Armenier</a>, unter Armeniern zu leben. Es gibt aber ein Recht für armenische Bürger ihres Gemeinwesens, Gleiche unter Gleichen zu sein, nicht benachteiligt zu werden, ja auch ihre eigene Sprache und Kultur zu pflegen. Das sind <a href="B%C3%BCrgerrecht" title="Bürgerrecht">Bürgerrechte</a>, Rechte der Einzelnen gegen jede Vormacht. Das sogenannte Selbstbestimmungsrecht hat unter anderem als Alibi für <a href="Homogenit%C3%A4t_(Soziologie)" title="Homogenität (Soziologie)">Homogenität</a> gedient, und Homogenität heißt immer die Ausweisung oder <a href="Minderheitenschutz" title="Minderheitenschutz">Unterdrückung von Minderheiten</a>.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rechtsinhaber:_Opfer_der_Unbewohnbarkeit_ihres_Heimatortes">Rechtsinhaber: Opfer der Unbewohnbarkeit ihres Heimatortes</h3></div>
<p>Art. 11 <a href="Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland">GG</a> garantiert als <a href="B%C3%BCrgerrecht" title="Bürgerrecht">Bürgerrecht</a> allen <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">deutschen Staatsbürgern</a> das Recht auf <a href="Freiz%C3%BCgigkeit" title="Freizügigkeit">Freizügigkeit</a> innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Dazu gehört das Recht, den Wohnort innerhalb Deutschlands frei zu wählen und dort wohnen zu bleiben. Diese Form der Freizügigkeit nennen einige Juristen <i>Recht auf Heimat</i>. Dieses Recht setzt allerdings voraus, dass Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung deren Eigentümer, unkündbare Mieter oder Pächter sind. Wenn etwa eine Betreibergesellschaft das Eigentum an allen Häusern eines Dorfes erworben hat, das einem <a href="Braunkohletagebau" class="mw-redirect" title="Braunkohletagebau">Braunkohletagebau</a> weichen soll (auch durch rechtmäßige <a href="Enteignung" title="Enteignung">Enteignungen</a>), dann ist das „Recht auf Heimat“ gegenstandslos geworden.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Liste_abgebaggerter_Ortschaften" title="Liste abgebaggerter Ortschaften">Liste abgebaggerter Ortschaften</a></i></div>
<p>Auf ein „Recht auf Heimat“ berufen sich weltweit Menschen, deren Wohngebiete unbewohnbar geworden sind bzw. zu werden drohen, z.&nbsp;B. Bewohner von <a href="Atoll" title="Atoll">Atollstaaten</a> und von niedrig gelegenen Gebieten, die vom <a href="Meeresspiegelanstieg_seit_1850" title="Meeresspiegelanstieg seit 1850">Meeresspiegelanstieg</a> bedroht sind.<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Diskriminierung_„Heimatfremder“"><span id="Diskriminierung_.E2.80.9EHeimatfremder.E2.80.9C"></span>Diskriminierung „Heimatfremder“</h3></div>
<p>Art. 3 Abs. 3 des <a href="Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland">GG</a> lautet:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Mit <i>Heimat</i> ist in diesem Fall die <a href="Ethnie" title="Ethnie">ethnische</a> oder <a href="Regionalismus#Regionalismus_in_der_Sozialpsychologie" title="Regionalismus">räumliche</a> Herkunft, mit <i>Herkunft</i> die <a href="Soziale_Herkunft" title="Soziale Herkunft">soziale</a> Herkunft eines Menschen gemeint. Nicht gemeint ist die <a href="Staatsangeh%C3%B6rigkeit" class="mw-redirect" title="Staatsangehörigkeit">Staatsangehörigkeit</a> eines Menschen. <a href="Ausl%C3%A4nder" title="Ausländer">Ausländer</a> können sich nur auf <a href="Menschenrechte" title="Menschenrechte">Menschenrechte</a>, nicht aber auf <a href="B%C3%BCrgerrechte" class="mw-redirect" title="Bürgerrechte">Bürgerrechte</a> berufen, da diese nur Inländern (in Deutschland: <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">deutschen Staatsangehörigen</a>) zustehen. Da das Grundrecht auf <a href="Freiz%C3%BCgigkeit" title="Freizügigkeit">Freizügigkeit</a> nach Art. 11 GG ein Bürgerrecht ist, können Ausländer hieraus kein Bleiberecht in Deutschland bzw. an einem bestimmten Ort in Deutschland ableiten. Freizügigkeit genießen in Deutschland neben deutschen Staatsangehörigen auch <a href="Unionsb%C3%BCrgerschaft" title="Unionsbürgerschaft">Bürger aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union</a>.
</p><p>Art. 3 Abs.&nbsp;3 GG wendet sich gegen die negative Seite des Denkens in Kategorien der „Heimat“, die in dem Wunsch nach Abgrenzung, d.&nbsp;h. der Versuchung besteht, Zugezogene aller Art als „<a href="Xenophobie" class="mw-redirect" title="Xenophobie">Heimatfremde</a>“ zu <a href="Diskriminierung" title="Diskriminierung">diskriminieren</a>. Eine rechtlich einwandfrei vollzogene <a href="Abschiebung_(Recht)" title="Abschiebung (Recht)">Abschiebung</a> von nicht-privilegierten Ausländern gilt juristisch nicht als Diskriminierung.
</p><p>Das <a href="Bundesamt_f%C3%BCr_Migration_und_Fl%C3%BCchtlinge" title="Bundesamt für Migration und Flüchtlinge">Bundesamt für Migration und Flüchtlinge</a> (BAMF) erklärte 2013 alle Menschen in Deutschland als „<a href="Willkommens-_und_Anerkennungskultur" title="Willkommens- und Anerkennungskultur">willkommen</a>“, die sich hier <a href="Illegale_Einwanderung" class="mw-redirect" title="Illegale Einwanderung">legal aufhalten</a>.<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Begriff_„Heimatstaat“"><span id="Der_Begriff_.E2.80.9EHeimatstaat.E2.80.9C"></span>Der Begriff „Heimatstaat“</h3></div>
<p>Als „Heimatstaat“ gilt im deutschen Recht derjenige Staat, dessen <a href="Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Staatsbürgerschaft">Angehöriger</a> ein Mensch ist, und zwar unabhängig davon, ob der Betreffende diesen Staat als seine Heimat empfindet oder nicht. Nur in diesen Staat kann er <a href="Ausweisung" title="Ausweisung">ausgewiesen</a> oder abgeschoben werden, wenn dies rechtlich zulässig ist.
</p><p>Im Völkerrecht gilt der Grundsatz: „Der Ausländer steht auch im Ausland unter dem Recht und der Hoheitsgewalt seines eigenen Staates.“ So kann sich beispielsweise ein nach dem Recht seines Heimatstaates Wehrpflichtiger seiner <a href="Wehrpflicht" title="Wehrpflicht">Wehrpflicht</a> rechtlich nicht dadurch entziehen, dass er diesen verlässt.<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vereinnahmung_des_Heimatbegriffs_durch_die_politische_Rechte">Vereinnahmung des Heimatbegriffs durch die politische Rechte</h3></div>
<p>Auf die Begriffe Heimat und <a href="Heimatbewegung" title="Heimatbewegung">Heimatbewegung</a> nahm früh die <a href="V%C3%B6lkische_Bewegung" title="Völkische Bewegung">völkische Bewegung</a> Bezug. Sie forderte unter anderem eine Germanisierung des Christentums und einen Rückgriff auf einen vermeintlichen vorchristlichen Volksglauben (<a href="Neopaganismus" title="Neopaganismus">Neopaganismus</a>).<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heimat wurde als Grundlage einer „unverwechselbare[n] völkische[n] Eigenart und Überlebensfähigkeit“ interpretiert, womit oft die Betonung völkischer Überlegenheit verbunden war.<sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Heimatbegriff wurde von der <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei">NSDAP</a> aufgegriffen und in ihren Dienst gestellt.
</p><p>Heutige <a href="Rechtsextremismus" title="Rechtsextremismus">rechtsextreme</a> Gruppierungen wie die <a href="Freie_Kameradschaften" title="Freie Kameradschaften">freien Kameradschaften</a> sowie Angehörige der <a href="Neue_Rechte" title="Neue Rechte">Neuen Rechten</a> verbinden Themen wie <a href="Umweltschutz" title="Umweltschutz">Umweltschutz</a>, Natur- und Heimatverbundenheit mit einer völkischen <a href="Blut-und-Boden-Ideologie" title="Blut-und-Boden-Ideologie">Blut-und-Boden-Ideologie</a>.<sup id="cite_ref-88" class="reference"><a href="#cite_note-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als Problemgruppe werden von der „Fachinformationsstelle Rechtsextremismus“ in München junge Menschen mit Migrationshintergrund bewertet, die durch „Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus“ gekennzeichnet seien.<sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Problematisch seien die Idealisierung und Verherrlichung des Herkunftslandes der Vorfahren der jungen Menschen in Verbindung mit Überheblichkeit und Intoleranz.
</p><p>Der 2023 erstmals ausgestrahlte Fernsehfilm <i><a href="Wolfswinkel_(2023)" title="Wolfswinkel (2023)">Wolfswinkel</a></i> endet mit einem „Heimatfest“ in dem fiktiven gleichnamigen Dorf in <a href="Brandenburg" title="Brandenburg">Brandenburg</a>. Durch das Fest wird ein Gedenkstein eingeweiht, welcher diejenigen deutschen Soldaten ehren soll, die im oder nach dem Zweiten Weltkrieg nicht in ihr „Heimatdorf“ zurückgekehrt sind. Dieser Stein soll einen Ersatz für das ehemalige Kriegerdenkmal im Dorf bilden, das von „den Russen“ beseitigt worden war. Drei Frauen aus dem Dorf besuchen statt des Festes eine schlichte Gedenkstätte im benachbarten Wald für die Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs dort zum Straßenbau eingesetzt worden waren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ablehnung_des_Heimatbegriffs">Ablehnung des Heimatbegriffs</h3></div>
<p><a href="Martin_Walser" title="Martin Walser">Martin Walser</a> hat 1967 das <a href="Bonmot" title="Bonmot">Bonmot</a> geprägt: „Heimat, das ist sicher der schönste Name für Zurückgebliebenheit.“<sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Wort „Zurückgebliebenheit“ spielt Walser sowohl auf den angeblichen Mangel an räumlicher Mobilität als auch auf die angebliche geistige Beschränktheit der ihre Heimat Liebenden an. Laut <a href="Jakob_Augstein" title="Jakob Augstein">Jakob Augstein</a> sei das „H-Wort“ aus der Sicht der Linken „kontaminiert“, quasi ein „verbranntes“, nicht mehr benutzbares Wort.<sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auf der Tagung „Der Heimatbegriff in der Nachhaltigen Entwicklung – Inhalte, Chancen und Risiken“, die im November 2004 an der Universität Hannover stattfand, wurde der Heimatbegriff kritisiert. Gegen die Verwendung des Heimatbegriffes wurde ins Feld geführt, dass das Naturschutzgesetz mit seiner Forderung nach „Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Landschaft und ihres Erholungswertes für die Menschen“ bereits ausreichend Möglichkeiten biete, die sinnlich-emotionalen und kulturellen Inhalte im Naturschutz zu vertreten. So sei der Heimatbegriff aufgrund seiner kaum fassbaren Vieldeutigkeit nicht operationalisierbar, zumal er in Zeiten der Globalisierung von vielen Menschen gar nicht mehr räumlich definiert werde. Weiterhin sei für viele Menschen „Heimat“ nicht grundsätzlich positiv besetzt, sondern ebenso mit negativen Empfindungen wie Enge und mangelnden Entfaltungsmöglichkeiten verbunden. Insbesondere aber lasse sich der Heimatbegriff nicht losgelöst von seiner Geschichte verwenden und bleibe stets mit den antidemokratischen und völkischen Tendenzen in der Gründungszeit des Natur- und Heimatschutzes sowie der rassistischen Interpretation im Nationalsozialismus verbunden. Die Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich daher gegen die Verwendung des Heimatbegriffs im Planungsrecht und in der offiziellen Verwaltungssprache aus.<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kritisiert wird auch die Vorstellung, Menschen seien „in ihrer Heimat verwurzelt“: Bäume und andere Pflanzen seien wirklich durch Wurzeln daran gehindert, von sich aus ihren Standort bzw. ihren lokalen Bezug zu wechseln; das treffe aber auf Menschen, Tiere und Abstrakta nicht zu. Bei <a href="Nomade" class="mw-redirect" title="Nomade">Nomaden</a>völkern gebe es beispielsweise eine lange Tradition ständiger Ortswechsel. Der <a href="Bundeszentrale_f%C3%BCr_politische_Bildung" title="Bundeszentrale für politische Bildung">Bundeszentrale für politische Bildung</a> zufolge entspreche nicht der „Nesthocker“ dem Idealbild der globalisierten Wirtschaft, sondern der mobile <a href="Jobnomade" title="Jobnomade">Jobnomade</a>, der uneingeschränkt für ökonomische Zwecke verfügbar und einsetzbar sei.<sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Charakteristisch für Jobnomaden sei es, dass sie von ihren Auftraggebern gerade dann „abgestoßen“ werden müssten, wenn es „am schönsten“ sei, wenn sich also Vertrautheit mit dem Umfeld einstelle.<sup id="cite_ref-94" class="reference"><a href="#cite_note-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ideal wäre es dieser Sichtweise zufolge, wenn Menschen sich zu „Global Souls“<sup id="cite_ref-95" class="reference"><a href="#cite_note-95"><span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> entwickeln würden, denen „Heimatverbundenheit“ und „Sesshaftigkeit“ nichts bedeuten. Ob es diesen Menschentypus wirklich gibt, ist jedoch umstritten.<sup id="cite_ref-96" class="reference"><a href="#cite_note-96"><span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zur Skepsis gegenüber dem Begriff <i>Heimat</i> und seinem inflatorischen Gebrauch mahnt eine Aussage, die Hartmut Mitzlaff 1985 in seiner umfangreichen wissenschaftlichen Studie zur Geschichte der Heimatkunde und des Heimatbegriffs im deutschen Sprachraum getroffen hat:
</p>
<dl><dd>„Das Bewusstwerden des Heimatgedankens an der Wende zum neunzehnten Jahrhundert ist Ausdruck einer gebrochenen Mensch-und-Umwelt-Beziehung und deutet auf ein entsprechendes Verlust- und <a href="Deprivation" title="Deprivation">Deprivationserlebnis</a> hin. […] Mit geradezu gesetzmäßiger Regelmäßigkeit, die die Aufstellung von Prognosen zu erlauben scheint, hat die Heimatidee im deutschen Sprachraum immer dann eine publizistische und massenpsychologische Hochkonjunktur erlebt, wenn das ‚Heimatliche und Vertraute‘ objektiv oder subjektiv in eine Krise geriet, wenn eine zur öffentlichen Artikulation fähige Gruppe eine Identitäts- und Beziehungskrise erlebte, wenn (eigene oder fremde) Heimat zerstört wurde oder verloren ging, wenn es in deutschen Ländern eher unheimlich als an-heimelnd zuging, kurz: wenn anstelle von Geborgenheit Angst, Unsicherheit und ökonomische Depression vorherrschten. Der häufige und nicht selten inflatorische Gebrauch des Begriffes ‚Heimat‘ hat im deutschen Sprachraum weit weniger die Verwirklichung einer humanen Um- und Mitwelt als vielmehr eine spezifische Mangel- und Krisensituation sowie die damit verknüpfte psychische Verfassung der Betroffenen <i>signalisiert</i>. <i>Allein</i> schon diese Tatsache […] mahnt zur Skepsis gegenüber dem Wort und seiner <i>allzu</i> unbefangenen Verwendung.“<sup id="cite_ref-97" class="reference"><a href="#cite_note-97"><span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verteidigung_des_Heimatbegriffs_und_des_Bedürfnisses_nach_Nähe_und_Vertrautheit"><span id="Verteidigung_des_Heimatbegriffs_und_des_Bed.C3.BCrfnisses_nach_N.C3.A4he_und_Vertrautheit"></span>Verteidigung des Heimatbegriffs und des Bedürfnisses nach Nähe und Vertrautheit</h3></div>

<p>Der bayerische <a href="B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen_Bayern" title="Bündnis 90/Die Grünen Bayern">Grünen</a>-Politiker <a href="Sepp_D%C3%BCrr" title="Sepp Dürr">Sepp Dürr</a> kritisierte in einem in der „<a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Zeit</a>“ abgedruckten Streitgespräch mit dem bayerischen Umweltminister <a href="Marcel_Huber_(Politiker)" title="Marcel Huber (Politiker)">Marcel Huber</a> (<a href="Christlich-Soziale_Union_in_Bayern" title="Christlich-Soziale Union in Bayern">CSU</a>) 2012 veraltete Vorstellungen von „Heimat“: „Der alte Heimatbegriff war eine Katastrophe, keine Frage. Zuerst haben ihn die Nazis missbraucht, nach dem Krieg kamen dann die schnulzigen Heimatfilme und Heimatromane. Diese Art von Heimatpflege war unerträglich.“ Anschließend stellte er allerdings fest: „Aber das sagt nichts aus über das Bedürfnis vieler Menschen, sich regional identifizieren zu wollen. Dem muss man politisch nachkommen, ohne Scheuklappen.“<sup id="cite_ref-98" class="reference"><a href="#cite_note-98"><span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weiter führte er aus: „Der alte Heimatbegriff hat nur funktioniert, indem man in der eigenen Bevölkerung Minderheiten definierte und ausgrenzte: Ausländer, Homosexuelle, Unverheiratete, lange auch Frauen. Doch heute sind diese Minderheiten oft die Mehrheit, auch in Bayern. Bestes Beispiel ist die Wahl eines jungen, offen schwulen, evangelischen SPD-Landrates im <a href="Bayerischer_Wald" title="Bayerischer Wald">Bayerischen Wald</a>. Deswegen braucht es einen neuen, offenen Heimatbegriff.“ Allerdings ist innerhalb der Partei Bündnis 90/Die Grünen die These umstritten, Grüne dürften unbefangen (etwa im Sinne Dürrs) den Begriff <i>Heimat</i> benutzen.<sup id="cite_ref-99" class="reference"><a href="#cite_note-99"><span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es gibt auch in der Popkultur Bestrebungen, den Heimatbegriff modern und liberal zu interpretieren. Die <a href="Aktivismus" title="Aktivismus">Aktivistin</a> und <a href="Schwarzwald" title="Schwarzwald">Schwarzwald</a>-<a href="Dragqueen" title="Dragqueen">Dragqueen</a> <a href="Betty_BBQ" title="Betty BBQ">Betty BBQ</a> aus <a href="Freiburg_im_Breisgau" title="Freiburg im Breisgau">Freiburg im Breisgau</a> will mit ihrem Leitspruch „Heimat ist nicht nur schwarz-weiß“ den oft national-konservativ und rechtspolitisch besetzten Begriff der „Heimat“ aufbrechen und die Vereinbarkeit zwischen Heimatbegriff und einer vielfältigen und modernen Gesellschaftskultur aufzeigen und etablieren: So verbindet sie ihre Tätigkeit als Dragqueen mit dem <a href="Bollenhut" title="Bollenhut">Bollenhut</a> – Teil einer Schwarzwälder Tracht –, dem Engagement für die <a href="Schw%C3%A4bisch-alemannische_Fastnacht" title="Schwäbisch-alemannische Fastnacht">alemannische Fasnet</a> sowie ihren <a href="Stadtf%C3%BChrung" class="mw-redirect" title="Stadtführung">Stadtführungen</a> und ihrem genannten Leitspruch.<sup id="cite_ref-100" class="reference"><a href="#cite_note-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Bereitschaft, sich aus beruflichen Gründen weit vom Ort des Aufwachsens zu entfernen, hält sich europaweit in Grenzen: 86 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer wollten nach einer 2004 durchgeführten Umfrage nicht im Ausland arbeiten. Der Anteil derer, die hierzu bereit sind, betrug dieser Umfrage zufolge unter den Bewohnern von Staaten der Europäischen Union 17 Prozent.<sup id="cite_ref-101" class="reference"><a href="#cite_note-101"><span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Viele Deutsche fühlen sich sogar dann unwohl, wenn sie für längere Zeit den Raum verlassen sollen, in dem „ihr“ Dialekt gesprochen wird<sup id="cite_ref-102" class="reference"><a href="#cite_note-102"><span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, wenn sie berufsbedingt Hochdeutsch sprechen<sup id="cite_ref-103" class="reference"><a href="#cite_note-103"><span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder wenn sie nach einem Umzug in einen anderen Teil Deutschlands dort übliche Formulierungen (z.&nbsp;B. „Grüß Gott!“) benutzen sollen. Das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas resümiert: „Selbst innerhalb eines geografischen Nahbereichs scheinen Menschen im Durchschnitt nicht Willens[sic!] zu sein, in eine kulturell unvertraute Umgebung umzuziehen.“ Bestätigt wird diese These durch eine 2013 durchgeführte Umfrage, der zufolge 77 Prozent aller Befragten in Deutschland angaben, sie hätten noch nie für eine neue Arbeitsstelle ihren Wohnort gewechselt.<sup id="cite_ref-104" class="reference"><a href="#cite_note-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="„Heimat“_in_anderen_Sprachen"><span id=".E2.80.9EHeimat.E2.80.9C_in_anderen_Sprachen"></span>„Heimat“ in anderen Sprachen</h2></div>
<p>Wenn man versucht, das deutsche Wort Heimat in andere Sprachen zu übersetzen, gehen leicht von der sehr umfassenden Bedeutung wichtige Teile verloren. Allerdings ist das Phänomen der „Heimattümelei“ auch außerhalb des deutschen Sprachraums bekannt. So wird beispielsweise der Song <i><a href="Sweet_Home_Alabama" title="Sweet Home Alabama">Sweet Home Alabama</a></i> von vielen als Verklärung des Lebens in den Südstaaten der <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> verstanden.
</p><p>Ins <a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">Englische</a> lässt sich das Wort am ehesten mit <i>homeland</i> oder <i>native land</i> übersetzen.
</p><p>Auf <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">Französisch</a> kann man <i>lieu d’origine</i> sagen oder <i>pays natal</i>. Wenn die eigene Heimat angesprochen werden soll, überzeugt am besten die einfache Wendung <i>mon pays</i>.
</p><p>Ähnlich intim wie das deutsche Wort Heimat mutet die <a href="Tschechische_Sprache" title="Tschechische Sprache">tschechische</a> Vokabel <i>domov</i> an, sie enthält denselben Wortstamm wie <i>dům</i> „Haus“ und <i>domek</i> „Häuschen“. Auf <a href="Ungarische_Sprache" title="Ungarische Sprache">Ungarisch</a> heißt „Heimat“ <i>szülőföld</i> („Elternerde“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Heimatbewegung" title="Heimatbewegung">Heimatbewegung</a></li>
<li><a href="Heymat" title="Heymat">Heymat</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Celia Applegate: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ark.cdlib.org/ark:/13030/ft300004wq/"><i>A Nation of Provincials: The German Idea of Heimat.</i></a> University of California Press, Berkeley 1990.</li>
<li><a href="Hermann_Bausinger" title="Hermann Bausinger">Hermann Bausinger</a>, <a href="Konrad_K%C3%B6stlin" title="Konrad Köstlin">Konrad Köstlin</a> (Hrsg.): <i>Heimat und Identität. Probleme regionaler Kultur.</i> Wachholtz, Neumünster 1980, ISBN 3-529-02456-2 (22. Deutscher Volkskunde-Kongress in Kiel vom 16.–21. Juni 1979).</li>
<li>Mathias Beer: <i>Das Heimatbuch: Geschichte, Methodik, Wirkung.</i> V&amp;R Unipress; Göttingen 2010, ISBN 978-3-89971-788-4.</li>
<li><a href="Wilfried_Belschner" title="Wilfried Belschner">Wilfried Belschner</a> u.&nbsp;a. (Hrsg.): <i>Wem gehört die Heimat? Beiträge der politischen Psychologie zu einem umstrittenen Phänomen.</i> Leske+Budrich, Opladen 1995.</li>
<li>Horst Bienek (Hrsg.): <i>Heimat: neue Erkundungen eines alten Themas.</i> Hanser, München 1985.</li>
<li><a href="Ernst_Bloch" title="Ernst Bloch">Ernst Bloch</a>: <i><a href="Das_Prinzip_Hoffnung" title="Das Prinzip Hoffnung">Das Prinzip Hoffnung</a></i> (=&nbsp;<i>Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft.</i> Band 554). Suhrkamp, Berlin 1993, ISBN 3-518-28154-2.</li>
<li><a href="Juliane_Brauer" title="Juliane Brauer">Juliane Brauer</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://zeithistorische-forschungen.de/1-2021/5928"><i>Nostalgie und Heimweh. Zum politischen Gehalt von Heimatgefühlen.</i></a> In: <i><a href="Zeithistorische_Forschungen" title="Zeithistorische Forschungen">Zeithistorische Forschungen</a>.</i> Band 18 (2021), S. 151–165.</li>
<li>Egbert Daum: <i>Heimat machen! Über Verbindungen von Ort und Selbst.</i> In: <i>Heimatpflege in Westfalen.</i> 2007, 20, Heft 2, S.&nbsp;1–10.</li>
<li>Paul Duschner: <i>Gedanken zur ‚Heimat‘ als einem Appellbegriff in Geschichte und Gegenwart.</i> In: <i>Heimat- und Verkehrsverein der Kernstadt Höxter. Mitgliedermagazin.</i> 2023, Heft 3, S. 7–13.</li>
<li>Paul Duschner: <i>‚Heimat‘ als Grenzobjekt, als „Chamäleon“ und ihr Verhältnis zum Kulturerbe.</i> In: Jonas Leineweber, Eva-Maria Seng (Hrsg.): <i>Immaterielles Kulturerbe und Regionale Identität – Schützenwesen in Nordwest-Deutschland.</i> Bielefeld 2025, S. 127–147.</li>
<li>Simone Egger: <i>Heimat: Wie wir unseren Sehnsuchtsort immer wieder neu erfinden.</i> Riemann, München 2014, ISBN 978-3-570-50162-7.</li>
<li><a href="Viktor_E._Frankl" class="mw-redirect" title="Viktor E. Frankl">Viktor E. Frankl</a>: <i>Der Seele Heimat ist der Sinn. Logotherapie in Gleichnissen.</i> Herausgegeben und kommentiert von Elisabeth Lukas. 3. Auflage. Kösel, München 2007, ISBN 978-3-466-36678-1.</li>
<li>Hartmut Frerichs, Engelbert Beckermann (Hrsg.): <i>Heimat – Baustein der Zukunft.</i> In: <i>Die Blaue Reihe</i> (Hrsg.: Heimatbund für das Oldenburger Münsterland). Band&nbsp;9. 2002.</li>
<li>W. Gössmann, K.-H. Roth (Hrsg.): <i>Literarisches Schreiben aus regionaler Erfahrung.</i> Paderborn 1996.</li>
<li><a href="Alfred_Hirsch" title="Alfred Hirsch">Alfred Hirsch</a>: <i>Heimatweh. Eine philosophische Erzählung.</i> Karl Alber, Baden-Baden 2025, ISBN 978-3-495-99119-0.</li>
<li>Karen Joisten: <i>Philosophie der Heimat. Heimat der Philosophie.</i> 2003.</li>
<li><a href="Edeltraud_Klueting" title="Edeltraud Klueting">Edeltraud Klueting</a> (Hrsg.): <i>Antimodernismus und Reform. Beiträge zur Geschichte der deutschen Heimatbewegung.</i> Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1991.</li>
<li><a href="Gerd_Koch" title="Gerd Koch">Gerd Koch</a>: <i>Heimat.</i> In: <i>Bloch-Wörterbuch. Leitbegriffe der Philosophie Ernst Blochs.</i> De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-020572-5.</li>
<li><a href="Norbert_Mecklenburg" title="Norbert Mecklenburg">Norbert Mecklenburg</a>: <i>Die grünen Inseln: zur Kritik des literarischen Heimatkomplexes.</i> Iudicum-Verlag, München 1987.</li>
<li>Christoph M. Michael (Hrsg.): <i>Heimatkunden.</i> Themenschwerpunkt in: <i><a href="Berliner_Debatte_Initial" title="Berliner Debatte Initial">Berliner Debatte Initial</a>.</i> 2019, 30. Jg., Heft 3, ISBN 978-3-947802-25-8.</li>
<li>Hartmut Mitzlaff: <i>Heimatkunde und Sachunterricht – Historische und systematische Studien zur Entwicklung des Sachunterrichts – zugleich eine kritische Entwicklungsgeschichte des Heimatideals im deutschen Sprachraum.</i> 3&nbsp;Bände. Dortmund 1985.</li>
<li>Beate Mitzscherlich: <i>Heimat ist etwas, was ich mache.</i> Springer, 1997, ISBN 978-3-8255-0127-3.</li>
<li>Elisabeth Moosmann (Hrsg.): <i>Heimat. Sehnsucht nach Identität.</i> Ästhetik-und-Kommunikation, Berlin 1980, ISBN 3-88245-005-3.</li>
<li>Arie Nabrings: <i>Heimat: eine geniale Erfindung.</i> In: <i>Heimatbuch des Kreises Viersen.</i> 2001, S.&nbsp;12–46.</li>
<li>Stefan Neuhaus, Helga Arend (Hrsg.): <i>Fremde Heimat – Heimat in der Fremde. Clemens Brentano und das Heimatgefühl seit der Romantik.</i> Königshausen &amp; Neumann, Würzburg 2020, ISBN 978-3-8260-6946-8 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.verlag-koenigshausen-neumann.de/product_info.php/info/p9524_Fremde-Heimat-----Heimat-in-der-Fremde--Clemens-Brentano-und-das-Heimatgef--hl-seit-der-Romantik.html/XTCsid/7h7ka70bjccrhfqp4i9lt95ib1">Buchbeschreibung des Verlags</a>).</li>
<li>Michael Neumeyer: <i>Heimat. Zu Geschichte und Begriff eines Phänomens.</i> Geographisches Institut der Universität Kiel 1992, ISBN 3-923887-26-4 (zugleich <a href="Dissertation" title="Dissertation">Dissertation</a> an der <a href="Universit%C3%A4t_Kiel" class="mw-redirect" title="Universität Kiel">Universität Kiel</a> 1991 unter dem Titel: <i>Zwischen Idylle und Lebenswelt</i>).</li>
<li>Anja Oesterhelt: <i>Geschichte der Heimat. Zur Genese ihrer Semantik in Literatur, Religion, Recht und Wissenschaft</i> (=&nbsp;Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Band 157; Habilitationsschrift). De Gruyter, Berlin/Boston 2021, ISBN 978-3-11-070773-1 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110707847/html?lang=de">Verlagspräsentation mit Downloadlink</a>).</li>
<li>Rolf Petri: <i>Deutsche Heimat 1850–1950.</i> In: <i>Comparativ. Leipziger Beiträge zur Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftsforschung.</i> Jg.&nbsp;11 (2001), Nr.&nbsp;1, S.&nbsp;77–127.</li>
<li>Daniel Reupke: <i>Der Heimatbegriff im Denkmalschutz. Ein Forschungsprojekt des Landesamtes zur Geschichte der Denkmalpflege im deutschen Südwesten stellt sich vor.</i> In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg – Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege 1/2022, S. 2–7.</li>
<li>Alexander Ritter (Hrsg.): <i>Literaten in der Provinz – Provinzielle Literatur?</i> Westholsteinische Verlags-Anstalt Boyens, Heide in Holstein 1991, ISBN 3-8042-0548-8.</li>
<li>Susanne Scharnowski: <i>Heimat: Geschichte eines Missverständnisses.</i> wbg academic / Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-534-27073-6.</li>
<li>Verena Schmitt-Roschmann: <i>Heimat. Neuentdeckung eines verpönten Gefühls.</i> Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010, ISBN 978-3-579-06764-3.</li>
<li><a href="Lothar_Schultes" title="Lothar Schultes">Lothar Schultes</a>: <i>Von der Wiege bis zum Grab – Heimat in der Kunst.</i> In: <i>Heimat?</i> Ringvorlesung. Hrsg. vom OÖ. Landesarchiv, Linz 2018, S. 191–260.</li>
<li>Manfred Seifert (Hrsg.): <i>Zwischen Emotion und Kalkül. „Heimat“ als Argument im Prozess der Moderne.</i> Leipzig 2010, ISBN 978-3-86583-508-6.</li>
<li>Hartmut Sommer: <i>Philosophie der Heimat.</i> In: <i>Universitas.</i> 73, Heft 7, 2018.</li>
<li><a href="Eduard_Spranger" title="Eduard Spranger">Eduard Spranger</a>: <i>Der Bildungswert der Heimatkunde.</i> 1923 (7. Auflage. Stuttgart 1967).</li>
<li>Ingeborg Szöllösi (Hrsg.): <i>Heimat. Abbruch – Aufbruch – Ankunft.</i> Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014, ISBN 978-3-95462-128-6.</li>
<li>Wolfgang Thuene: <i>Die Heimat als soziologische und geopolitische Kategorie</i> (= <i>Neue Würzburger Studien zur Soziologie.</i> Band&nbsp;4). Creator, Würzburg 1987, ISBN 3-89247-006-5 (zugleich: Dissertation an der <a href="Universit%C3%A4t_W%C3%BCrzburg" class="mw-redirect" title="Universität Würzburg">Universität Würzburg</a>, 1985/86 unter dem Titel: <i>Die Heimat als soziologische und geopolitische Kategorie und als Identitätsimpuls in der modernen Industriegesellschaft</i>).</li>
<li><a href="Corinna_Waffender" title="Corinna Waffender">Corinna Waffender</a> (Hrsg.): <i>Heimat.</i> Konkursbuch-Verlag Gehrke, Tübingen 2007, ISBN 978-3-88769-249-0 (=&nbsp;<i>Konkursbuch</i> 49).</li>
<li><a href="Siegbert_A._Warwitz" title="Siegbert A. Warwitz">Siegbert A. Warwitz</a>: <i>Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten.</i> 3. Auflage. Schneider, Baltmannsweiler 2021, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 205–208.</li>
<li>Klaus Weigelt (Hrsg.): <i>Heimat, Tradition, Geschichtsbewußtsein.</i> von Hase und Koehler, Mainz 1986, ISBN 3-7758-1127-3.</li>
<li><a href="Christoph_Dr%C3%B6sser" title="Christoph Drösser">Christoph Drösser</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeit.de/2021/36/heimat-gefuehl-beschreibung-geborgenheit-sprache-identitaet-kultur-religion"><i>Verwurzelt.</i></a> In: <i><a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a>.</i> Nr. 36/2021.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/print-wams/article610034/Was-ist-Heimat.html"><i>Was ist Heimat?</i> Aussagen von elf Prominenten.</a> In: <i><a href="Welt_am_Sonntag" title="Welt am Sonntag">Welt am Sonntag</a>.</i> 11. März 2001.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Heimat?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Heimat</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Heimat" class="extiw external" title="wikt:Heimat">Wiktionary: Heimat</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Heimat" class="extiw external" title="q:Heimat">Wikiquote: Heimat</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170820035610/http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Generationenstudie-2009.pdf"><i>Generationenstudie 2009: Heimatgefühl und Leben in Bayern. Generationenspezifische und regionale Unterschiede von Einstellungen zu Politik und Heimat.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 20. August 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>; PDF; 1,8&nbsp;MB). <a href="Hanns-Seidel-Stiftung" title="Hanns-Seidel-Stiftung">Hanns-Seidel-Stiftung</a>, 2009</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20130522015847/http://www.beteiligung.st/cms/content/download/1431/5749/file/Jugendarbeit_und_Heimat.pdf"><i>Jugendarbeit und Heimat.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Mai 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>; PDF; 44,3&nbsp;MB) Landesjugendreferat Steiermark, 2010</li>
<li>Christoph Oliver Puschmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://zidapps.boku.ac.at/abstracts/download.php?dataset_id=9569&amp;property_id=107"><i>Zur empathischen Beziehung zwischen Mensch und Raum.</i></a> Diplom-Arbeit, Wien 2012</li>
<li><a href="Hartmut_Rosa" title="Hartmut Rosa">Hartmut Rosa</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20181016164936/http://www.kas.de/upload/dokumente/2012/heimat/Heimat_rosa.pdf"><i>Heimat im Zeitalter der Globalisierung.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 16. Oktober 2018 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>; PDF; 479&nbsp;kB) <a href="Konrad-Adenauer-Stiftung" title="Konrad-Adenauer-Stiftung">Konrad-Adenauer-Stiftung</a>, 2012; Erstabdruck in: <i>Heimat</i> (= <i>Der Blaue Reiter.</i> Nr. 23). Omega-Verlag Reusch, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-933722-17-1.</li>
<li><a href="Nils_Minkmar" title="Nils Minkmar">Nils Minkmar</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/spiegelwissen/heimat-als-kampfbegriff-die-natur-der-nazis-a-1126852.html"><i>Heimat als Kampfbegriff. Die Natur der Nazis.</i></a> <a href="Spiegel_Online" class="mw-redirect" title="Spiegel Online">Spiegel Online</a>, 13. April 2017</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/243871/fremd-in-der-heimat"><i>Themenheft „Fremd in der Heimat“.</i></a> In: <i><a href="Aus_Politik_und_Zeitgeschichte" title="Aus Politik und Zeitgeschichte">Aus Politik und Zeitgeschichte</a>.</i> Heft 12–13/2017</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/ulrich-greiner-zur-steinmeier-rede-heimat-ist-der-raum-in-100.html"><i>„Heimat ist der Raum, in dem man sich zu Hause fühlt.“ Ulrich Greiner zur Steinmeier-Rede.</i></a> <i><a href="Deutschlandfunk" title="Deutschlandfunk">Deutschlandfunk</a>.</i> Sendung am 4. Oktober 2017, 34:51&nbsp;min</li>
<li><a href="Jens_J%C3%A4ger_(Historiker)" title="Jens Jäger (Historiker)">Jens Jäger</a>: <i>Heimat.</i> Version 1. In: <i><a href="Docupedia-Zeitgeschichte" title="Docupedia-Zeitgeschichte">Docupedia-Zeitgeschichte</a>.</i> 9. November 2017, <a href="https://doi.org/10.14765/zzf.dok.2.1113.v1" class="extiw external" title="doi:10.14765/zzf.dok.2.1113.v1">doi:10.14765/zzf.dok.2.1113.v1</a></li>
<li>Susanne Scharnowski: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeit.de/kultur/2018-02/heimat-heimatministerium-moderne-verlustangst"><i>Heimat: Die Verlustangst ist real.</i></a> In: <a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Zeit Online</a>, 17. Februar 2018.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.frauenkirche-dresden.de/files/01_inhalte/4_Materialien/Publikationen/2023/Leben_in_der_Frauenkirche_1-2023_Broschuere.pdf"><i>Leben in der Heimat. Leitthema – Heimat.</i></a> (PDF; 15&nbsp;MB) In: <i>frauenkirche-dresden.de,</i> Januar 2023</li>
<li><cite style="font-style:italic">Sehnsucht nach Heimat</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Der_Spiegel" title="Der Spiegel">Der Spiegel</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>40</span>, 1984 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13510755.html">online</a> – Titelgeschichte).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Heimat&amp;rft.atitle=Sehnsucht+nach+Heimat&amp;rft.date=1984&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=40&amp;rft.jtitle=Der+Spiegel" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gegenentwurf-muenchen.de/klawebhei.htm"><i>Heimat.</i></a> In: <i>Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus.</i> Band 6.1, Argument Verlag, Hamburg 2004.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
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